Da saß ich Anfang Februar 2009 im Rahmen einer sog. AGH (Arbeitsgelegenheit), im Alltagsdeutsch nach 2005 auch „Ein-Euro-Job“ genannt (in Dresden immerhin mit 1,75 Euro je Stunde vergütet), im Büro des Sächsischen Künstlerbundes als die damalige Geschäftsführerin mich fragte, ob ich einen Brief an Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich vorbereiten könne, der ihn auf eine 2. Sächsische Kunstausstellung ansprechen würde. Nachdem es im Jahr 1994 die 1. Auflage einer solchen Ausstellung gegeben hatte, sollte nun – nach rund 15 Jahren – eine zweite folgen. Die Jahre zuvor waren bereits Schreiben an den früheren Ministerpräsidenten, Georg Milbradt, und andere Stellen im sächsischen Ministerium gegangen. Es war – aus verschiedenen Gründen – offenbar recht ruhig geblieben, was eine Antwort aus dem sächsischen „Königshaus“ anbetraf.
Jung, locker, dynamisch … zumindest soll und/oder will er so aussehen - Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich
Ein Jahr später ist er immer noch bzw. wieder Ministerpräsident und ich um eine Erfahrung schlauer. Die Partei, die das „Ein-Thema“-Image doch wohl am besten liebt und lebt, ist und bleibt offenbar die CDU. Ohne Moos, nix los. Einem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 27.02.2010 kann ich nun auch entnehmen, was ich 2009 offenbar völlig unter den Tisch fallengelassen hatte. Während ich zu einem Gespräch bei einer Tasse Kaffee angefragt hatte, um eventuelle Fragen bezüglich der Sächsischen Kunstausstellung zu erörtern, vergaß ich doch glatt das wichtigste. Die Griechen würden es wohl „fakellaki“ nennen. Wir können auch Sponsoring sagen oder eine Spielart sog. „politischer Landschaftspflege“ oder wenn man möchte auch schlicht und ergreifend „Korruption“.
Ja, sicher bringe ich hier einige Fachbegriffe durcheinander, doch wahrscheinlich wäre es cleverer gewesen, einfach 3900 Euro (oder vielleicht doch 8000 ?) beizulegen. Hmm, bleiben einige Fragen offen. Lieber in kleinen Scheinen? Oder doch praktischer in 500-Euro-Noten? Durchnummeriert? Oder vielleicht doch gleich in Sachleistungen?
Ich mache mir da so meine Gedanken, Herr Tillich, wissen Sie. Man will es ja beim nächsten Mal richtig machen. Wenn man einen Politiker schmiert … hoppla, ich meinte natürlich um Gesprächserlaubnis bittet, sollte man es nicht unprofessionell machen. Das kommt nicht gut an und geht vielleicht auch nach hinten los.
Achja, weil wir schon mal dabei sind … was waren das eigentlich für Firmen und Personen, die Ihnen da Geld gegeben haben (oder wurden sie gar gezwungen :))? Wenn Sie mir da ein paar Namen nennen könnten, kann ich auch gleich dort fragen. Die können mir sicher gute Tipps geben. Dürfen Sie das sagen? Oder halten Sie es da auch wie Helmut Kohl. Mit Ehrenwort und so?
Ich vermute, da hört dann Ihre Leidenschaft für Sachsen sicher auf, oder?
Sachsen ist meine Leidenschaft …
“Böse“ Zungen behaupten ja, dass Leidenschaft das wäre,
was Leiden schafft
Hmm, ich glaube, ich vergesse das mit der Kunst und lasse mir stattdessen von Ihnen lieber die Bibel erklären. Als „praktizierender Katholik“ (O-Ton Tillich in einem Chat der Freien Presse Chemnitz am 27.07.2009) sind Sie da sicher firm, oder?
Danke im Voraus, Michael Winkler
… der Sie nicht gewählt hat, doch einige Menschen kennt, die es offenbar getan haben ;)
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