Kürzlich las ich auf artmovement.org ein Gedicht – wenn man es denn so nennen will, kann oder möchte – eines Nutzers bzw. Users namens „fixi“*. Das Gedicht „Ach hier“ befindet sich auch auf fixi’s eigener Homepage, getagged unter „philosophisches, poems“, und geht so:
Ach hier
Ach hier
Übrigens!
Dichter dichten Gedichte wie Dichterinnen Gedichte dichten
Und Klempner machen das mit undichten Wasserverbindungen
Ach weeste
Mensch!
Ich reg’ mich so uff weilde der Informationsflut wegen
deine Kritikfähigkeit resignativ aufgibst
Doofie!
(Kennste Goofy noch?)
Ich entschließe mich – nach einigen Tagen der Selbstreflexion (-reflektion ?
) zu einem kurzen Kommentar (inkl. „obligatorischem“ Smiley) folgender Natur:
Kritik oder Selbstkritik – das ist hier die Frage? 
Nun war das Problem, dass fixi’s Kommentarfunktion ein sogenanntes „Captcha“-Modul (ich nenne das mal so) beinhaltet. Das ist laut Wikipedia-Eintrag (Abb. von ebenda) folgendes:
“CAPTCHA ['kæptʃə] ist ein Akronym für Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart. Das bedeutet: „Vollautomatischer öffentlicher Turing-Test zur Unterscheidung von Computern und Menschen“.“

Den Sinn des Tests hatte ich verstanden und so mühte ich mich zweimal bzw. dreimal ab, den Captcha-Code richtig zu entziffern ... beim ersten Mal hatte ich ihn offenbar übersehen, was logischerweise zu einer Fehlermeldung führte.
Nach dem dritten Versuch erfolgte dann dieser Kommentar:
„Doppelter Kommentar wurde entdeckt. Es sieht stark danach aus, dass du das schon einmal gesagt hast!“
‚Ach, nee.’, dachte ich mir, was fast eine Anspielung auf den Titel von fixi’s Gedicht „Ach hier“ hätte gewesen sein können. Ich schaute etwa 20 Minuten später nochmals auf seine Seite und siehe da mein Kommentar wurde veröffentlicht. Na, also, es geht doch ... „dumme“ Maschine 
Ich lese noch etwas weiter im Wikipedia-Text und finde folgenden, für mich sehr aufschlussreichen Abschnitt:
„CAPTCHAs sind unter Usability-Gesichtspunkten auch deshalb problematisch, da sie Hürden darstellen, die teilweise zu einem erheblichen Mehraufwand für den Nutzer bei der Zielerreichung führen. Zudem erschließt sich der Zweck eines CAPTCHAs vielen Betroffenen nicht intuitiv, was zu Irritationen über eine vermeintlich sinnlose Funktion führt. Aus diesen Problemquellen resultieren häufig Nutzungsabbrüche, Fehlermeldungen und Unzufriedenheit beim Nutzer. Einer aktuellen Studie zufolge verbringen Internet-Nutzer weltweit insgesamt 150.000 Stunden pro Tag mit der Lösung von CAPTCHAs.“
Tja, was sagt mir das? Was könnte das fixi sagen?
Was es mir sagt, kann ich leicht beantworten. Captcha-Funktionen sind mitunter ein kommunikativer „Abtörner“ („abtörnen“ gibt’s in der deutschen Sprache nicht, ich weiß, doch jeder versteht, was ich meine ... auch wenn eine dilettantische „Rückübersetzung“, „upturner“ ins Englische zum genauen Gegenteil führen würde
)
Hinter der Captcha-Funktion steht zwar eine durchaus nachvollziehbare Idee, zum Beispiel das Herausfiltern von computergenerierten (Werbe-)Kommentaren, doch vielleicht macht es sich damit der jeweilige Nutzer auch recht einfach; gerade bei Blogs, die Kommentatoren ja eigentlich zur Kommunikation einladen sollen, denn abschrecken. Wer keine Kommentare haben möchte, der stellt die Kommentar-Funktion einfach ab oder bietet sie gar nicht erst an; so wie Henryk M. Broder das auf seiner Homepage macht. Herrn Broder kann man bei Anklick des „feedback“-Buttons eine e-Mail schreiben und er wählt dann aus, ob er sie veröffentlichen will oder nicht. Und Broder veröffentlicht nun mal (offenbar zu 99%) nur e-Mails, die ihn als Juden beschimpfen oder anderweitig latent oder offen antisemitisch daherkommen.
Egal, so oder so ... Kommunikation ist schon eine witzige Sache und da mir das alles bisher wenig über fixi sagte, habe ich mal versucht, seine Seite bei artmovement.org angeschaut. Ein IT-Techniker (daher vielleicht die Vorliebe zum Captcha ???
) aus Dresden, der unter der Rubrik Bücher „Houellebecq, Benn, T. Bernhard“ zu stehen hat. Aha, ein Intellektueller also ... sollte man sich fixi’s Gesamtwerk auf artmovement.org mal reinziehen bzw. zu Gemüte führen? Ich versuche es mit „Rüdigers Fisch“ und „In Silvester“, beide wurden einmal oder häufiger mit jeweils 4 bzw. 5 Sternen (Höchstnote 5) bewertet. Das Gedicht „In Silvester“ geht so:
In Silvester
Hast duhu
zu
Silvester
kein
Dynamite
So
pimmel doch
fett
deheine
Maid
Ein Genie, dieser fixi, denke ich mir so. Dieses Zusammenspiel von Reim, Vulgärsprache, Kürze, Sinn und kursiver Schreibweise. Phänomenal! Und das von einem IT-Techniker ... und noch dazu aus der Kunst- und Kulturstadt Dresden. Es ist also noch nicht alles verloren in dieser kulturlosen Welt. Ich lebe wieder etwas auf 
Naja, auf fixi’s Niveau angekommen, traue ich mich nun auch einen Scherz hier auf meinem Blog zu veröffentlichen, der nicht von mir ist, sondern von einem früheren Schulfreund, der, als er mir das vor vielleicht 15 Jahren mal während einer Vorlesung – auf einen Zettel geschrieben – rüberreichte, damals angehender Jurist war und heute vermutlich diverse Rechtsfälle diverser Leute bearbeitet. Ich denke, dass er seinen subtil-offenen Humor nicht verlernt hat, auch wenn dieser Humor im alltäglichen Jura-Geschäft nicht immer adäquat sein mag
... auf dem Zettel stand damals jedenfalls folgendes:
PAXI
LEXI
FIXI
Ich wusste beim ersten Mal nicht, was das sollte bzw. was er mir damit sagen wollte. Er lächelte und meinte, ich solle es mal langsam lesen. Ich checkte es immer noch nicht. Da wir in einer Vorlesung waren, meinte er, dass ich es mal ganz leise vor mich hersagen solle. Was ich auch tat ... naja, mein relativ lautes Lächeln bzw. leises Lachen störte dann doch, glaube ich, die Vorlesung etwas. Naja, ich war nur Gast und für einen Spaß kann man so etwas schon mal geschehen lassen.
Die drei Worte bzw. Sätze waren auch nicht von ihm erfunden bzw. erdacht worden. Auch er hatte es von jemand anderem „zugesteckt“ bekommen, doch witzig finde ich das immer noch – im Gesamtbild inklusive der Geschichte drumherum ... ja, selbst wenn der Inhalt an sich primitiv ist – vielleicht genau deswegen.
Damals hatte ich auch drei Versuche gebraucht, um „erfolgreich“ zu sein, genau wie bei fixi’s Captcha-Funktion. Doch ehrlich gesagt, kommuniziere ich lieber mit Menschen als mit Maschinen, denn Maschinen sind nun mal – trotz künstlicher Intelligenz – einfach dumm und geistlos. Sie machen das, was ihnen Menschen sagen, nur eben schneller. Sie sind Datensklaven, doch das stört sie nicht. Und wenn doch, dann hängen sie sich eben einfach auf. So wie manche Menschen es auch tun, nur dass sie dies – im Falle eines Freitodes – selbst so für sich bestimmt haben.
Nun wird’s vielleicht ja doch noch philosophisch, oder? Solle ich jetzt noch über den Sinn oder Unsinn von Suiziden schreiben. Ich denke, dass ich mir das erspare ... denn letztlich können wir jeden Tag nur feststellen, was für ein Wunder das Leben an sich ist. Wer dies nicht empfinden kann, der ist vielleicht selbst mehr Maschine als Mensch, mehr Sklave anderer Menschen (und Maschinen) als ein selbstbestimmtes und selbst bestimmendes Subjekt?
In diesem Sinne, danke ich fixi für die indirekten Anregungen sowie die Auffrischung eigener Erinnerungen ... allen alles Gute, Micha.
PS: zu allem „Übel“ kam hinzu, dass ich am Ende dieses Artikels bemerkte, dass „fixi“ gar nicht fixi heißt, sondern „flxi“
... naja, Schriftgröße 5 und ein Meter Entfernung vom Monitor, was soll da anderes bei rauskommen, Herr Winkler?
... sei’s wie’s sei, die ganze „fixi“-Geschichte wäre eigentlich für den Mülleimer ... doch als Beitrag für meinen Blog reicht’s und allen sei hiermit noch einmal gesagt, dass „fixi“ nicht „fixi“ sondern „flxi“ heißt ... ganz großes Sorry, flxi 