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Tja, da war's passiert ... jetzt weiß ich, warum ich mich von Blogs Jahre lang mehr oder minder ferngehalten hatte - die Angst vor der Technik ;)

Am 15.8.2009, pünktlich zu Mariä Himmelfahrt, Napoleons 240. Geburtstag, dem 62. Jubiläum der Unabhängigkeit Indiens und Madonna's (also der Maria Italiens sozusagen) erstem Konzert in Polen, ging dieser Blog ins Word Wide Web. Dann sah ich Usain Bolt am 16.8.2009 rennen und wollte gleich noch einen Sport-Blog aufmachen, um offenbar alles "Geblogge" nachzuholen, was ich jahrelang nicht getan hatte. Nachdem ich einen weniger schmucken Namen für den Sport-Blog gewählt hatte, wollte ich diesen löschen und neu anlegen ... und erwischte den Piraten-Blog.

Naja, da ist er nun wieder ... genauso wie der Sportsfreund-Micha-Blog.

Und für den Fall, dass jemanden diese Frage durch den Kopf gehen sollte ... ich bin kein Mitglied der Piratenpartei, verstehe mich jedoch als "Pirat im Herzen" - wie im Titelbild des Blogs vielleicht unschwer zu erkennen ist ;)

Alles in allem wünsche ich viel(e) Freu(n)de beim Stöbern durch die Artikel, "Pirat im Herzen" Micha(el Winkler), Dresden.

 

Da las ich kürzlich im „Dresdner Kulturmagazin“ (Mai 2012) ein Interview mit dem Comedian Oliver Polak. Gehört hatte ich erstmal von ihm irgendwann im letzten Jahr. Vermutlich war ich auf ihn aufmerksam geworden als ich mich etwas mit jüdischem Humor beschäftigt hatte und Polak einer der wenigen deutsch-jüdischen Comedians, abgesehen von Henryk M. Broder, ist. Wobei man noch anmerken sollte, dass Broder nur nebenberuflich und meist eher „unfreiwillig“, sprich „so nebenbei und ungefragt“, als Comedian arbeitet. Und wenn er es bewusst versucht, ist er eigentlich gar nicht witzig. Naja, zurück also zu Oliver Polak ...

Ich war ebenso vor einigen Wochen auf einen Artikel Polaks über Günter Grass' Gedicht „Was gesagt werden muss“ in der taz gestoßen, betitelt mit „Lieber SS-Günni ...“, den ich … naja … an dieser Stelle besser ein Video von Oliver Polak.


Oliver Polak bei RTL 2 Fun Club

 

In dem oben erwähntem Interview im „Dresdner Kulturmagazin“ meinte Polak jedenfalls, dass Nazis für den halben Preis in seine Shows kommen würden. Da dachte ich mir 'Schickste dem Oliver, dem Herrn Polak mal eine e-Mail mit einer Anfrage.' ... gesagt, getan - seine Kontaktadresse ließ sich schnell auf seiner Homepage finden.

Diese e-Mail mit dem Betreff „Anfrage Show in Dresden, 23.05.2012“ sah dann so aus wie gleich folgend … die beiden verlinkten Bilder habe ich hier mal unten angehangen. Wer übrigens Karten für seine Show "Ich darf das, ich bin Jude! Live!" zum vollen Preis kaufen möchte, kann diese u.a. am Veranstaltungsort, dem Dresdner „wechselbad“, erwerben.

Ich verabschiede mich schon mal … bis zum nächsten Mal oder bis zur Antwort von Oliver Polak … alles Gute, Micha.


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Sehr geehrter Herr Polak, hallo Oliver,

mein Name ist Michael Winkler und ich schreibe Ihnen aus Dresden ... ich bleibe mal - anstandshalber - beim höflichen "Sie".

Vor kurzem las ich im "Dresdner Kulturmagazin" (Mai 2012) ein Interview mit Ihnen, in dem Sie u.a. sagten:
"Aber trotzdem gilt bei mir für Ostdeutsche wie auch für Westdeutsche, dass Nazis nur die Hälfte zahlen, denn die können noch was lernen in meinen Shows. Natürlich nur, wenn sie sich ausweisen können. Mit Axel-Springer-Stiefeln oder so. " (siehe auch hier)

Nun bin ich kein richtiger Nazi und habe auch keine (Axel-)Springer-Stiefel ... ich habe nicht mal richtige Stiefel. Doch ich will etwas lernen in Ihrer Show ... und naja, klar, ich will Geld sparen bzw. weniger ausgeben. Wenn ich richtig sparen wöllte, würde ich ja gar nicht in Ihre Show kommen wollen, sondern mir einfach drei, vier Clips bei Youtube anschauen.

Ich habe jedoch ein Basecap mit der Aufschrift "Bull Dog - East Germany", das vermutlich aus der rechten Szene kommen könnte, da "Bull Dog" in Frakturschrift geschrieben ist.

Anbei zwei Links mit Bildern.
Bild 1 - Mütze mit Micha
Bild 2 - Mütze allein

Ich würde mich also mal als "potenziellen ostdeutschen Pseudo-Nazi bezeichnen, der in Ihrer Show etwas lernen möchte und weniger Geld ausgeben will" bezeichnen.

Wäre das ein Grund für Sie, es mir zu ermöglichen, statt 15,50 Euro nur 8 Euro zu bezahlen?

Ansonsten würde ich noch andere Gründe anbringen ... zum Beispiel, dass ich in Chemnitz bzw. damals Karl-Marx-Stadt geboren wurde und noch dazu an einem Freitag, den 13. (nicht leicht - weder unter Atheisten noch Christen ;)) ...
Und wenn Sie das alles noch nicht überzeugt hat, könnte ich mit der "Ich bin auf Hartz IV"-Keule kommen. Ich kann Ihnen meine BG-Nummer zusenden und Sie fragen einfach beim JobCenter Dresden nach, ob ich dort auch registriert bin.
Naja, ostdeutsche Hartz-IV-Empfänger sind ja besonders nazi-gefährdet ... das weiß jedes Kind bzw. jeder Westdeutsche.

Nun, mehr Argumente fallen mir jetzt nicht ein, warum Sie mich für die Hälfte in Ihre Show lassen könnten ... doch ich denke, ich habe mein Bestes gegeben :)

So weit, so gut ... freue mich auf eine eventuelle Rückantwort ...

Alles Gute und viele Grüße aus Dresden, Michael Winkler.

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Achja, die Bilder ...

 

"Bull Dog East Germany"
Dieses Basecap hatte ich vor vielleicht 7, 8 Jahren in einem Copy-Shop, der auch Textildruck anbot, gesehen und da der Preis so einladend war (2 Euro), konnte ich einfach nicht widerstehen ... ich wusste ja, dass ich dieses Basecap irgendwann mal brauchen könnte
:)

 

 
Eigentlich benutze ich das Wort "verarschen" selten bis gar nicht, doch mir fiel kein besseres ein. Wäre "Veralberungs"-Anruf besser? Oder "Sinnlos-Telefon", wie es der MDR Sachsen nennt? Nun denn, worum geht's?

Es war Montag, der 12. März 2012, und draußen war es kalt. Glaube ich zumindest, ich kann mich nicht mehr genau erinnern. Jedenfalls hatte ich das Radio eingeschalten und suchte mal wieder einen anderen Sender; den bis dahin gehörten hatte ich wohl lange genug gehört. Irgendwie blieb ich bei zwei berlinernden Moderatoren hängen und stellte wenig später fest, dass es mein "Lieblingssender" coloRadio war. Von dem hatte ich mich im Frühjahr 2008
nach drei, vier Jahren Mitarbeit freiwillig verabschiedet, nachdem ... ach, lest es im Artikel "coloRadio - ein freier Radiosender in Dresden" selbst nach, wenn ihr wollt. 

Witzigerweise hatte ich bis dahin coloRadio noch nicht auf meinem Küchenradio empfangen und war davon auch etwas überrascht. Die beiden berlinernden Moderatoren, vielleicht kamen sie auch "nur" aus Brandenburg (oder nicht einmal das
;)), hießen Axel und Hoppel und ihre Sendung "DISHARMONICxNOISExCONSPIRACY" war gefüllt mit lauter, sprich lautstarker, Musik, u.a. Grindcore und all jene Musikrichtungen, die ich aufgrund ihrer Lautstärke und Aggressivität sonst eigentlich eher mied.





Ich blieb dennoch dabei und hörte mir drei, vier Titel an, u.a. von Extreme Noise Terror, bis mir eine Idee kam bzw. die beiden Jungs brachten mich auf eine Idee, als sie nämlich die Studio-Telefonnummer ansagten (0351-32054711). Ich schnappte mir das Telefon und rief einfach mal an. Da ich einerseits nicht anonym anrufen wollte und dennoch nicht 100% ich selbst sein wollte, schlüpfte ich kurzerhand in die Rolle des "Micha mit Chemnitzer Dialekt", sprich schrägstes Sächsisch. Und das hörte sich dann so an ... als Audio-Podcast ...

oder auf Youtube ...

 

Zur Erklärung ...

KLF machten Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre ziemlich coole Elektromusik und ihre Texte waren einerseits nicht sonderlich anspruchsvoll, andererseits sehr wohl. Im Song "3 a.m. Eternal" heißt es u.a. (fast schon) philosophisch "Time is eternal - Zeit ist ewig". Das Wort "mayhem", welches ich Axel und Hoppel als Beweis meines Verstehens von KLF-Songs anbrachte, heißt im Übrigen "Chaos" und passt eigentlich wunderbar zur Musik, die Axel und Hoppel spielten. Allerdings schlug ich dieses Wort erstmals nach meinem Anruf bei den beiden im Wörterbuch nach. Bis dahin hatte ich angenommen, dass "mayhem" soviel wie "Untergang" hieße, doch da hatte ich wohl irgendwie etwas durcheinander gebracht. Naja, insofern war das Ganze recht hilfreich
wieder was gelernt. Damit nicht genug ... doch zunächst erst einmal das Video bzw. das Audio-File von "3 a.m. Eternal" ...



KLF - "3 a.m. Eternal", 1991 ...
das Originalvideo gibt's auf DailyMotion



Um ehrlich zu sein, ich habe von KLF nie alle Texte verstanden ... doch zumindest den Grundgedanken
:)  ... im Gegensatz zu den Grindcore-Songs, von denen ich nicht einmal eine einzige Silbe mitbekommen habe ...

Warum ich nun ausgerechnet auf KLF gekommen war, hatte wohl den einfachen Grund, dass sie - Bill Drummond und Jimmy Cauty - sich bei der Verleihung der BRIT AWARDS im Jahr 1992 den Spaß erlaubt hatten, "3 a.m. Eternal" in einer Grindcore-Version in Kooperation mit der schon erwähnten Gruppe Extreme Noise Terror aufzuführen ... um sich damit endgültig aus dem Musikbusiness zu verabschieden. So einen Abgang gab es noch nie in der Musikgeschichte, auch vermutlich hinterher nicht noch einmal, und das von einer Band, die kurz zuvor als erfolgreichste britische Band des Jahres 1992 ausgezeichnet worden war. Wenn es für mich persönlich eine wirklich coole Band gab bzw. gibt, dann KLF ... deren letzter offizieller Auftritt so aussah.

 



KLF & Extreme Noise Terror - "3 a.m. Eternal",
Live at the Brit Awards 1992


Gegrüßt habe ich natürlich wie es alle machen "die Mutti"; allerdings weiß ich nicht, ob meine Mutter wirklich jemals coloRadio hören wird. Und weil die wenigsten dazu auch noch "den Papi" grüßen, wurde der von mir gleich mit erwähnt. Wer sich jetzt fragt, wer Erik ist ... tja, der kam während meines Anrufes gerade zu meiner Wohnungstür rein und wusste nicht, was ich da eigentlich am Telefon so mache zumal in einem zugegebenermaßen etwas schrägem Dialekt.

Da ich mich natürlich auch noch etwas mehr "outen" wollte, wurde "der Winkler", also ich selbst, gleich noch mitgegrüßt. Es war natürlich auch eine indirekte Botschaft an "meine allerbesten Freunde bei coloRadio", konkret die sogenannten und selbsternannten Linken sowie alljene, die dafür sorg(t)en, dass es in Dresden eben kein wirklich freies Radio gab/gibt.

Und wer sich jetzt noch fragt, warum ich zudem ausgerechnet Angela Merkel grüßen wollte, der stellt eine berechtigte Frage ... die Antwort darauf ist simpel: ich weiß es nicht kam mir einfach so in den Kopf bzw. über die Lippen, so wie der gesamte Gesprächsinhalt des Anrufs. So etwas kann ich auch nicht vorher üben :)  

Am Ende meines Anrufs wünschte ich mir im Übrigen noch den Song "My Girlfriend's Girlfriend" der Gruppe Type O Negative, wobei ich allerdings dachte, dieser hieße "My Girlfriend's Best Girlfriend" oder so ... egal, Axel und Hoppel spielten ihn sieh an, sieh an einige Minuten später.



Type 0 Negative - "My Girlfriend's Girlfriend", 1996


Dass die beiden so spontan meinen Musikwunsch erfüllten, brachte mich dazu, kurz im coloRadio-Studio vorbei zu schauen, da ich sowieso nochmals unterwegs war und das Studio nur 50 Meter Luftlinie von meiner Wohnung entfernt ist.

Ich erzählte Axel und Hoppel dann, wer ich sei ... dieses Mal mit weniger Chemnitzer Dialekt
;) ... und meine Anfrage zwei Tage später, ob ich einen Mitschnitt der Sendung bekommen könne, wurde prompt erfüllt.

Fazit: so macht Radiohören Spaß, auch wenn ich immer noch keine Texte von Grindcore-Songs verstehe
:) ... und Axel und Hoppel waren nicht nur recht schlagfertig, sondern sorgten ebenso für einen guten Kundenservice. Respekt und Anerkennung.

So weit, so gut ... ich werde sicher kein Stammhörer von coloRadio werden und auch nicht mehr Grindcore hören als früher, doch zumindest hat das Ganze dazu geführt, dass ich mich mal etwas näher mit dieser Musikrichtung auseinandergesetzt habe.

In diesem Sinne ... manchmal kann die Idee, jemand anderen "verarschen"/veralbern zu wollen, wirklich zu einem Bildungszuwachs führen.

Bis die Tage, "Pirat im Herzen" Micha.


 

Im Dezember 2011 hatte ich in drei Artikeln, betitelt mit „Danke, Richard - Precht hat Recht“, „Will Precht eine Revolution?“ und „Hmm, was meinte Herr Precht denn nun eigentlich?“, Richard David Prechts Initiative, Rentner mit einem sozialen Pflichtjahr zu beglücken, verbal „unter Beschuss“ genommen. Da war noch etwas liegengeblieben ... außerdem kam der Jahrswechsel 2011/12 dazwischen.

Womit wir schon beim Jahr „2012“ wären, denn bekanntlich ranken sich um dieses Jahr, also dem aktuellen, etliche Endzeitmythen. Der Maya-Kalender geht zu Ende oder fängt neu an oder was weiß ich was ... das Thema ist medial eigentlich längst durch, spätestens seit Roland Emmerichs Film „2012“. Wenn ein Thema den Hollywood-Mainstream erreicht hat, ist es auch beim allerletzten angekommen. Ganz gleich, welche Meinung  man nun zu diesem oder jenem Thema selbst hat; zumindest ist es in der breiten öffentlichen Wahrnehmung angekommen, wenn man damit „das große Geld“ verdienen kann. Ob es ab dann mehr Verdummte gibt oder nicht, hängt vom Thema ab ... doch das ist ein anderes Thema sozusagen.

Zurück also zu Richard David Precht. Was wollte denn der Philosoph eigentlich? Jener Richard David Precht, der vor einigen Jahren mit dem Film „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ etwas bekannter geworden war, einige Jahre bevor er die Spiegel- und andere Bestseller-Listen alle zwei Jahre mit einem weiteren Werk über Gott und die Welt beglückte.

 

Richard David Precht bei „Markus Lanz“, November 2011
(Prechts Beitrag ab ca. 55:30 min)

 

Nun, wenn man sich diesen Clip noch einmal ansieht bzw. Precht anhört, baut er genau wie schon Jahre zuvor einige Demographen, Politiker und Finanzexperten ein apokalyptisches Szenario auf. Die Deutschen werden älter – vom Altersdurchschnitt her – und so weiter und so fort ... und logo, da müssen die Alten wieder ran. Wofür? Um den derzeitigen Lebensstandard zu retten, zu sichern, zu vermehren? Mit tendenzieller Zwangsarbeit?

Oooh, Zwangsarbeit? Gibt’s in Deutschland ja gar nicht, schon klar. Ich war selbst vor zwei Jahren in einem Artikel – damals zum Thema „1-Euro-Jobs“, zu dem Punkt gekommen, dass es in Deutschland praktisch keine Zwangsarbeit gibt, doch es m.E. an den Tatbestand der Nötigung grenzt. Mit anderen Worten: keiner wird zum Arbeiten gezwungen, doch wer sich wehrt bzw. sträubt, dem drohen finanzielle Kürzungen. Und bei „Einkommen“ um die 600-700 Euro sind Kürzungen um 100 Euro schon existenziell; unabhängig davon, dass es selbst dann den Betroffenen finanziell noch besser gehen dürfte als 80% der Weltbevölkerung. Doch auch das ist ein anderes Thema.

Also, wieder zurück zu Herrn Precht. Letztlich bedient er sich dieser Drohung – jener der „Zwangsarbeit“ bzw. der aufgenötigten Arbeit. Indirekt freilich, doch offener als mancher Politiker. Die führen dann lieber, richtig indirekt, so etwas wie den Bundesfreiwilligendienst ein. Von der Idee her eine nette Sache, praktisch gesehen, arbeiten hier Menschen für ein Taschengeld genauso hart wie Vollzeitbeschäftigte. Wem das nicht passt, der kann ja gehen ... so simpel, so schwierig. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass sich Senioren so etwas noch freiwillig antun. Einmal abgesehen davon arbeiten heute schon viele Menschen jenseits der 65 auf Halbzeit oder Vollzeit. Ob deren Rente wirklich nicht zum Leben ausreicht, kann ich schwer einschätzen, doch vorstellbar ist es ... warum sollte es Senioren anders gehen als einem Großteil der restlichen Bevölkerung? Doch auch das ist ein anderes, weitaus komplexeres Thema.

Also, ja man kann es erraten ... zurück zu Richard David Precht. Vor einigen Jahren kam „Prechts Lenin“ nur bis Lüdenscheid und nun scheint der Herr Precht mitten auf dem Weg ins philosophische Paradies die Abkürzung über Apokalypsia nehmen zu wollen. Tja, soll er mal machen. Im Jahr 2029, dem Jahr ab dem die Rente mit 67 greift, wird Precht (Jahrgang 1964) selbst 65 Jahre alt ... tja, dann kann er ja die ersten zwei Jahre freiwillig arbeiten, so wie er es jetzt schon für andere beabsichtigt ... oder er schreibt weiter Bücher ... und Bücher ... und Bücher ...

In diesem Sinne .. schau ’mer mal ... allen alles Gute, Micha.

 

 

Mitunter trifft man ja ganz witzige Typen im Internet ... so u.a. einen Namensvetter von mir. Diesem begegnete ich auf dem Blog von frankinformiert und über diverse Dialoge über Atomtechnik, Homöopathie und last but not least Henryk M. Broder auf Franks Blog schrieb er dann auch auf dem von mir betriebenem Blog einige Kommentare, konkret im Artikel "Henryk M. Broder durchgeknallt?" ... allerdings ohne Inhalt - ein Novum für mich, nach rund 7 Jahren "Tätigkeit" auf diversen Blog und in diesem oder jenem Forum.

Nichts zu sagen ist ja auch eine Meinung, vielleicht auch mal gar keine dumme Herangehensweise ... die meisten schreiben dann allerdings erst gar keinen Kommentar. Doch besagter Michael schrieb mehrmals leere Kommentare und ich fand das ja sogar irgendwie ziemlich cool ... allerdings stellte sich bald heraus, dass er nicht so cool war wie ich anfangs dachte, denn er schob es erst auf die Technik und letztlich auf mich, wie dieser Kommentar auf Franks Blog zeigt. Zitat Michael ... vom (Freitag, den ;-)) 13. April 2012:

"Ich würde Ihnen gerne mal auf Ihrem Blog hierzu die Meinung geigen – leider funktioniert da nichts, nicht mal die Vorschau. Wundern [sic] es Sie, daß Sie dort so einsam sind?"

Naja, was soll man da tun? Lag's wirklich an der Technik? Warum können dann andere bei mir ungehindert Kommentare verfassen? Sogar automatisierten Computern, die gelegentlich Werbekommentare bei mir einschleusen, scheint es leichter zu fallen als Michael, sich bei mir mit einer "eigenen" Meinung zu verewigen.

Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn ... ich bedanke mich bei meinem Namensvetter Michael, dass er mich zu einem kurzen Reimgedicht inspiriert hat und welche hier und heute veröffentlicht wird. Ebenso bei Frank, der kurzerhand - ebenso von Michael inspiriert - die Kommentarfunktion auf diesem Blog auf deren Ordnungsmäßigkeit checkte ... und last but not least, danke ich den Hebräern, der Bibel und allem, was dazu gehört, denn Michael bzw. מיכאל ist hebräischem Ursprungs und bedeutet "Wer ist wie Gott?".

In diesem Sinne ... Michael, mein lieber Namensvetter, vaya con dios ... "der andere Michael".



Hommage an den trollig-drolligen Michael

Der Michael, mein Namensvetter,
ein knufte Typ, ein ganz sehr netter,
wandelt durch manch' Blog gar toll,
man weiß es nicht: ist er ein Troll?

Schreibt Kommentare, lang und oft,
und einmal kam's ganz unverhofft,
dass er verfasste leere Worte
wie hier an diesem Bloggerorte.

Die Technik sei's, so meint' er knapp,
und schob's dann auf den Blogger ab.
Doch scheint es so, ist's andersrum,
und Michael? ... der macht auf dumm.
Will andre damit nur verwirren,
dass sie es sei'n, die sich da irren.

Nur macht er sich da selbst zum Spott,
Ach, Michael ... "Wer ist (wie) Gott?"




Nachtrag:
Wer gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem Verfasser des Reimgedichts und dem darin beschriebenen Michael entdeckt haben sollte, liegt gar nicht mal so verkehrt ... ich denke, ich kann mich ganz gut, in andere Michaels hineinversetzen ... und überhaupt "Sind wir nicht alle ein bisschen Michael?"
;-)

 

 

Henryk M. Broder ist ein Mann der Worte. Immer wenn’s um das Thema Israel, Juden oder Antisemitismus ist, kann man auf ihn zählen.

Er war im November 2011 zur Stelle beim „Fall Ken Jebsen & der RBB“ und sorgte mit seinem Blogbeitrag auf achgut.com für eine öffentliche Wahrnehmung der Sache, die später in der Entlassung Jebsens aus den Diensten des RBB mündete – wobei man die Entlassung nicht allein Broder verantwortlich machen kann. Er war „irgendwie dabei“, nicht mehr und auch nicht weniger. In dem Artikel nannte Broder Jebsen „einen durchgeknallten Moderator beim RBB“.

So weit, so gut ... nun hat Broder sich in der WELT zu Günter Grass’ zuvor in der Süddeutschen Zeitung veröffentlichten Gedicht „Was gesagt werden muss“ geäußert. Im Artikel „Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter“ schreibt Broder u.a.

Grass hat schon immer zu Größenwahn geneigt, nun aber ist er vollkommen durchgeknallt.

Hmm, Jebsen durchgeknallt, Grass durchgeknallt.

Ich beginne Google mit Hilfe der Suchworte „henryk broder durchgeknallt“ zu befragen. Und siehe da. Broder benutzte das Wort schon häufiger in den letzten Jahren.

So zum Beispiel 1998 in diesem Interview mit dem Journalisten Jürgen Elsässer zu Broders Buch „Die Irren von Zion“ und bezog es dort auf einige Israelis, konkret die orthodoxen Juden ... ein Auszug aus dem Interview:

Sie geben das moderne Israel schon verloren?

Das will ich damit nicht sagen. Aber es ist doch verrückt, daß sich die Mehrheit der Vernünftigen nicht gegen die durchgeknallte Minderheit [orthodoxe Juden, Anm. M.W.] durchsetzen kann, sondern daß diese das Leben immer stärker prägt.

Broders scheinbare Lieblingsvokabel taucht auch im August 2001 in einem Artikel über die „Vagina-Monologe“ auf, wobei er hier – in einer Randbemerkung – von „durchgeknallte[n] Hip-Hop-Truppe[n]“ spricht.

Auch im September 2011 war wieder mal jemand „vollkommen durchgeknallt“, genauer gesagt „10% der Deutschen“. Die „Jüdische Allgemeine“ hatte Broder zur 2. Staffel seiner Deutschland-Safari befragt (Bildquelle ebenda) und Broder antwortete:

Welches Fazit ziehen Sie dieses Mal angesichts der Safari über Deutschland und die Deutschen?
Deutschland ist ein stinknormales Land. Rund 90 Prozent aller Deutschen sind normal, etwa zehn Prozent sind vollkommen durchgeknallt – aber auf die kommt es an. ...

 

Zwei Jahre zuvor – 2009 – verwendete Broder das Wort in einer von ihm veröffentlichten e-Mail an den Oberbürgermeister von Tübingen Boris Palmer in Bezug auf eine «durchgeknallte expertin für „zionismus und raumplanung'“. Und wiederum im Jahr 2011 betitelte er in einem Interview die Bundestagsabgeordnete der Partei Die LINKE Inge Höger als "möglicherweise vollkommen durchgeknallt“ (im oberen Drittel der Seite), wobei es um den vermeintlichen oder auch existierenden Antisemitismus innerhalb der Linken ging.

Im Übrigen bekommen andere schon mal einen Prozess gemacht, wenn sie jemanden als „durchgeknallt“ bezeichnen; so wie Michael Naumann, Ex-Kulturstaatsminister, Ex-ZEIT-Chefredakteur und jetzigen Cicero-Chefredakteur, im Jahr 2004, nachdem er in einer Fernseh-Talkshow den Berliner Generalstaatsanwalt Hansjürgen Karge so genannt hatte.

Naja, sei’s wie’s sei ... durchgeknallt, durchgeknallter, am durchgeknalltesten. Irgendwie mag man Henryk M. Broder ja fast bemitleiden. Überall ist irgendwer durchgeknallt. Doch Mitleid ist hier fehl am Platz, wie sonst im allgemeinen auch. Und außerdem will Broder sowieso kein Mitleid. Henryk M. Broder kann man auch nicht mit Prozessen kommen. Da freut er sich bestenfalls drüber. Selbst wenn es ihn vielleicht tief im Innersten nervt. Wie waren doch seine Schlussworte im oben bereits erwähnten Interview mit der „Jüdischen Allgemeinen“:

„Außerdem mag ich Leute, die mich nicht mögen. Die sind mein Kapital.“

Insofern kann man Henryk M. Broder nicht wirklich beikommen, Polemikern ist so nicht beizukommen. Bestenfalls kann man es ansatzweise mit denselben Mitteln wie Broder versuchen. So wie es letztes Jahr – schau an, schau an – die zugegebenermaßen doch etwas silikonlastige Indira Weis in einem offenen Brief getan hat. Nun kann man(n) über silikongefüllte Busenwunder denken und sagen (oder schreiben), was man will. Wenn sie es schaffen, sich medial von ihren (selbst gewählten) Brüsten abzuheben – oh, was für ein Satz wird das denn jetzt, Winkler ? ;) – dann haben Sie meinen Respekt verdient. Auch wenn ich ansonsten wenig bis gar nichts mit Frau Weis anfangen kann. Doch was sie Broder in dem Brief vorhält, sieht einem Spiegel sehr ähnlich. Klar stellt sie sich auch selbst dar, doch ebenso Broder ... und meines Erachtens trifft sie ziemlich gut den Punkt.

Kleiner Test zwischendurch ...

 


 © HR / Preview Production

 

Na, hat noch jemand auf den Offenen Brief von Indira Weis an Henryk M. Broder geklickt? Oder war das Bild dann doch stärker als alle anderen Worte? ;) ... worauf will ich hinaus? Ja, wer Silikon in sich trägt, hat es leichter und ebenso schwerer. Natürlich wird man für dümmer gehalten, weil es irgendwie auch so aussieht als könnte man – bzw. vielmehr frau – nicht auch ohne Silikon an der Stelle sein, wo man ist, sei es im Show-, Model- oder Porno-Biz. Andererseits sollte Silikon eben auch kein Symbol für völlige Dummheit sein. Nun wollte ich den offenen Brief an Broder nicht höher werten als er ist, doch er ist für mich die bisher beste Antwort auf Broder ... auch wenn ich an manchen Stellen vielleicht andere Worte gewählt hätte. Doch ich bin auch nicht Indira Weis :)

So weit, so gut ... von Ken Jebsen und Günter Grass über gefühlte zehn Personen zu Indira Weis zu kommen, war ursprünglich nicht mein Plan. Naja, vielleicht bin ich etwas „durchgeknallt“? ... Herr Broder, übernehmen Sie bitte wieder. Suchen Sie einfach die nächste „durchgeknallte“ oder „vollkommen durchgeknallte“ Person in Deutschland.

Ich zähl’ auf Sie, danke im Voraus ... Michael Winkler.

 

 
Das muss man als Sachse erst mal schaffen ... in rund 7 Wochen mehr als 2,6 Millionen Klicks bei YouTube. Und so wird man eine YouTube-Berühmtheit ...

 

 

Und dabei hatte sich die Journalistin eine solche Mühe gegeben und den guten Mann sogar „politisch korrekt“ sowohl nach einer möglichen Liebsten als auch nach einem Liebsten befragt.

Naja, mit den Neurosen holt er vielleicht etwas weitaus, doch ganz so verkehrt liegt er auch da nicht, obgleich er seine Neurosen vielleicht auch nicht ganz verbergen kann. Allein die Art und Weise, wie er sich in „Rage“ redet (hat er das vorher geübt?) und dabei m.E. wenig locker bleibt, zeugen für mich zumindest von einer latenten Neurose ;) ... sei’s wie’s sei ... der Mann hat dennoch mein Humorzentrum getroffen. Der sollte ins Kabarett, er hat mehr zu sagen als 80% der Kabarettisten und sog. Comedians ... zudem ist er in seiner Art witziger als 90% selbiger.

Offenbar wollte auch das Leipziger Fernsehen auf den YouTube-Ruhm dieses Sachsen aufspringen oder geschah es wirklich „zufällig“. Man schaue selbst ...

 

 

Und irgendwie sieht er auch aus wie jener ältere Herr, der Ende 2011 bereits das neue Woolworth-Kaufhaus in Leipzig in einer Art und Weise anpries, als hätte man ihm vorher einen 50-Euro-Gutschein von Woolworth in die Hand gedrückt:
 

 

Naja, ich könnte jetzt eine Reihe von Vermutungen anstellen, was die Neurosen dieses Herrn anbetrifft, doch erstens könnte alles ganz anders gewesen sein und zweitens stellt sich mir die Frage „Isses wichtig?“ ... Antwort: Nein.

Wer übrigens in Dresden einen ähnlich gelagerten Typen kennenlernen will, der sollte auf die Prager Straße gehen. Dort steht ab und an Herr Westpfahl Westphal (siehe Kommentare) mit der „Roten Fahne“ ... seine Internetpräsenz via Youtube-Videos erstellt er auch selbst; zum Beispiel dieses hier:
 

 

Ganz sicher würde er keine Werbung für Woolworth machen, doch er kann mindestens 20 Minuten – ohne Unterbrechung – über die Themen Karl Marx, das Kapital, Arbeit und den Kapitalismus erzählen bzw. referieren. Man sollte allerdings nicht erwarten, dass man selbst häufig zu Wort kommt ;)

Vermutlich wird der Mann mit der roten Fahne kaum je so YouTube-berühmt werden wie sein Pendant aus Leipzig. Oben verlinktes Video ist bereits vier Jahre alt und hat es gerade mal auf 2500 Klicks geschafft. Tja, vielleicht lag’s an der heavy-metal-mäßig röhrenden Hintergrundmusik :)

In diesem Sinne, Grüße aus Dresden ... Micha.


PS: Dank an einen FaceBook- und real-life-Freund, auf dessen FB-Seite ich das erste Video fand und welches mich zu diesem Beitrag inspirierte.

 

 
Irgendwann die letzte Woche muss es wohl passiert sein. Der erste – Ende Mai 2011 – von mir verfasste Artikel über bzw. mit Daniela Katzenberger („Meine Lieblings-Silikone ...“) hatte die 1000-Hits-Marke überschritten. Das ist im Vergleich zu manch anderer Seite im Internet nicht gerade viel, doch immerhin mehr als alle Artikel auf meinem Blog über das Thema Arbeit zusammengenommen. Noch besser – statistisch gesehen – schneidet momentan eigentlich nur noch der zweite Artikel über Daniela („Danke, ...“) ab, der obwohl drei Wochen später als der erste veröffentlicht, fast schon den ersten überholt hat. Und beide Artikel werden innerhalb der nächsten Wochen an die Spitze der Pirat-Micha-Artikelliste „drängen“. Ja, ich hab’s ja so gewollt
;)

Doch damit auch genug ... Daniela hat ihren Zweck erfüllt. Zumindest für diesen Blog. Aus mehreren Gründen.

Erstens ist Daniela Katzenberger in der Tat keine Person, über die man häufiger berichten müsste. Was unterscheidet sonst diesen Blog von Tausenden anderen Medienprodukten? Ursprünglich hatte mich das Phänomen Katzenberger verblüfft, doch letztlich kam ich genau dort heraus, was ich vorher schon geahnt hatte. Daniela Katzenberger ist ein Silikon-verstärktes Blondchen, gefärbt noch dazu, mit einem mittelmäßigem Unterhaltungstalent, die einen Manager – Bernd Schumacher – gefunden hat (oder er sie bzw. sie sich beide), der genau diese Kombination clever vermarktet hat. Zehn, fünfzehn Jahre nach Verona Feldbusch-Pooth war es ja auch wieder mal Zeit für ... ja, wie nenne ich’s jetzt? ... naja, für ein weibliches Mittelmaß-Unterhaltungstalentchen eben.

Zweitens ging mir Frau bzw. Frollein Katzenberger Mitte/Ende Januar mal „gehörig“ auf den Senkel, als ich einige Zeit einen dresdner-sächsischen Radiosender hörte, der einen Poco-Domäne-Werbespot hoch und runter spielte und Daniela sich als „Kampfwurscht“ outete, sprich sie ist bei WSV-Rabattaktionen in der vorderen Reihe dabei, und rief dabei zur „Attacke“ (O-Ton Kaztenberger) auf diverse Schnäppchen auf (die vermutlich keiner wirklich brauchte). Auch wenn sie selbst unter „Kampfwurst“ etwas mit Ehrgeiz und Nichtaufgeben versteht, sah ich sie dann eher bei Poco-Ladenöffnung mit ihren High-Heels und Silikonbrüsten durch die Regale rennen und in diversen Sonderangeboten wühlen. Der Nachbarin (oder dem Nachbar) gab’s dann mit der vermutlich pinkfarbenen Handtasche paar drauf, wenn der sich den 1,99-Euro-Artikel genommen hatte, den Daniela ... usw. usf.

Drittens bzw. einige Tage darauf war sie sogar auf dem Dresdner Opernball und wurde von der lokalen „Dresdner Neueste Nachrichten“ als „Sängerin“ betitelt. Im Artikel „SemperOpernball 2012: Promireigen, schöne Kleider und ein paar Geheimnisse“ heißt es:

„Mutter Beimer-Darstellerin Marie-Luise Marijan amüsierte sich dabei ebenso wie die Sänger Julia Neigel, Roberto Blanco und Daniela Katzenberger.”

Aha, Sängerin ... alles klar. Dann fällt mir in Zukunft zum Thema Singen auch nichts mehr ein :)

Naja, den bzw. einigen Dresdnern kann man Daniela Katzenberger als Sängerin verkaufen. Wo sonst gehen 8.000 Menschen bei Wind und Wetter zu einem Open-Air-Opernball???

Viertens lag meine sichtliche Ermüdung bezüglich Daniela Katzenberger wohl daran, dass seit diesem Jahr einmal wöchentlich Poco-Domäne-Werbung mit ihrem Gesicht, Körper (oder was auch immer es ist) zu mir in den Briefkasten gelangt ... und die sieht dann ungefähr so aus:

 


(Bildquelle)

 

Klar könnte ich einen Zettel am Briefkasten anbringen, z.B. mit „Werbung okay, außer mit Daniela K.“ darauf, doch im Grunde habe ich ja nichts gegen sie. Nur eben auch nichts für sie ... übrig. Korrekterweise habe ich von ihr genug :)

Hmm, bin ich neidisch auf ihren Erfolg? Zum Beispiel auf ihre über 700.000 FaceBook-„Freunde“?

Hoppla, ich bin nicht mehr update ... es sind mittlerweile fast 1,1 Millionen ;)

Oder lag’s – fünftens – daran, dass ich über meine eigenen Daniela Katzenberger-Witze nicht mehr lachen konnte? Anfangs machte ich aus ihrem Buch mit dem Titel „Sei schlau, stell dich dumm“ ein „Sei dau, stell dich schlumm“ oder „Sei lau, stell dich schdumm“, doch mittlerweile fühle ich mich so wie als wäre ich in einer langweiligen Beziehung (mit ihr) und wöllte sie zwar nicht loswerden, doch naja, man hat’s halt mal erlebt ... das Leben geht weiter, es gibt noch andere Frauen.

Naja, einer geht noch ... Daniela macht nämlich auch Werbung für Perlweiß bzw. PERLWEISS. Dort heißt es u.a.:

„Daniela Katzenberger wirbt im aktuellen TV-Spot für PERLWEISS. Und das aus gutem Grund, denn die Katze setzt schon seit 10 Jahren für weisse Zähne auf PERLWEISS!“

Und ich dachte, dass man „weiß“ mit „ß“ schreibt ... hmm, werden nun die Werbefachleute von PERLWEISS plötzlich genauso schlau wie Daniela Katzenberger wirklich ist?

Und überhaupt, die Frau – also Frau Katzenberger – ist gerade mal Mitte 20. Wer nimmt denn da schon seit 10 Jahren ein Schönheitszahnweiß? Macht sie dann auch mit Anfang Dreißig Werbung für Abführmittel und mit Anfang Vierzig für Zahnprothesenreiniger?

 


(Bildquelle)

 

So, das war’s jetzt wirklich. Daniela, ich danke dir, du hast hier deine Aufgabe erfüllt.

Was deine Aufgabe eigentlich war? Achso ... naja, ich würde dich mal eine „Blog-Busterin“ nennen; eine, die die Klickzahlen meines Blogs nach oben schnellen lässt. Korrekterweise müsste es wohl „Blog-Boosterin“ heißen bzw. – in deinem konkreten Fall – „Blog-Boobsterin“. Doch das ist jetzt alles nicht mehr so wichtig. Ich suche mir demnächst eine neue ... ja, ich habe schon Ausschau gehalten. Das mit uns lief ganz gut ... und da dachte ich, dass ich daraus lernen könnte.

Doch alles weitere später, vermutlich dann, wenn die beiden Artikel über dich die ersten beiden Plätze der Hitliste dieses Blogs erklommen haben werden.

Bis dahin ... arrividerci und ciao, „Pirat im Herzen“ Micha.
 


 
Kürzlich las ich auf artmovement.org ein Gedicht – wenn man es denn so nennen will, kann oder möchte – eines Nutzers bzw. Users namens „fixi“*. Das Gedicht „Ach hier“ befindet sich auch auf fixi’s eigener Homepage, getagged unter „philosophisches, poems“, und geht so:

 

Ach hier

Ach hier
Übrigens!
Dichter dichten Gedichte wie Dichterinnen Gedichte dichten
Und Klempner machen das mit undichten Wasserverbindungen

Ach weeste
Mensch!
Ich reg’ mich so uff weilde der Informationsflut wegen
deine Kritikfähigkeit resignativ aufgibst

Doofie!
(Kennste Goofy noch?)

 

Ich entschließe mich – nach einigen Tagen der Selbstreflexion (-reflektion ? ;)) zu einem kurzen Kommentar (inkl. „obligatorischem“ Smiley) folgender Natur:

Kritik oder Selbstkritik – das ist hier die Frage? :)

Nun war das Problem, dass fixi’s Kommentarfunktion ein sogenanntes „Captcha“-Modul (ich nenne das mal so) beinhaltet. Das ist laut Wikipedia-Eintrag (Abb. von ebenda) folgendes:

“CAPTCHA ['kæptʃə] ist ein Akronym für Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart. Das bedeutet: „Vollautomatischer öffentlicher Turing-Test zur Unterscheidung von Computern und Menschen“.“

 

 

Den Sinn des Tests hatte ich verstanden und so mühte ich mich zweimal bzw. dreimal ab, den Captcha-Code richtig zu entziffern ... beim ersten Mal hatte ich ihn offenbar übersehen, was logischerweise zu einer Fehlermeldung führte.

Nach dem dritten Versuch erfolgte dann dieser Kommentar:

„Doppelter Kommentar wurde entdeckt. Es sieht stark danach aus, dass du das schon einmal gesagt hast!“

‚Ach, nee.’, dachte ich mir, was fast eine Anspielung auf den Titel von fixi’s Gedicht „Ach hier“ hätte gewesen sein können. Ich schaute etwa 20 Minuten später nochmals auf seine Seite und siehe da mein Kommentar wurde veröffentlicht. Na, also, es geht doch ... „dumme“ Maschine ;)

Ich lese noch etwas weiter im Wikipedia-Text und finde folgenden, für mich sehr aufschlussreichen Abschnitt:

„CAPTCHAs sind unter Usability-Gesichtspunkten auch deshalb problematisch, da sie Hürden darstellen, die teilweise zu einem erheblichen Mehraufwand für den Nutzer bei der Zielerreichung führen. Zudem erschließt sich der Zweck eines CAPTCHAs vielen Betroffenen nicht intuitiv, was zu Irritationen über eine vermeintlich sinnlose Funktion führt. Aus diesen Problemquellen resultieren häufig Nutzungsabbrüche, Fehlermeldungen und Unzufriedenheit beim Nutzer. Einer aktuellen Studie zufolge verbringen Internet-Nutzer weltweit insgesamt 150.000 Stunden pro Tag mit der Lösung von CAPTCHAs.

Tja, was sagt mir das? Was könnte das fixi sagen?

Was es mir sagt, kann ich leicht beantworten. Captcha-Funktionen sind mitunter ein kommunikativer „Abtörner“ („abtörnen“ gibt’s in der deutschen Sprache nicht, ich weiß, doch jeder versteht, was ich meine ... auch wenn eine dilettantische „Rückübersetzung“, „upturner“ ins Englische zum genauen Gegenteil führen würde ;))

Hinter der Captcha-Funktion steht zwar eine durchaus nachvollziehbare Idee, zum Beispiel das Herausfiltern von computergenerierten (Werbe-)Kommentaren, doch vielleicht macht es sich damit der jeweilige Nutzer auch recht einfach; gerade bei Blogs, die Kommentatoren ja eigentlich zur Kommunikation einladen sollen, denn abschrecken. Wer keine Kommentare haben möchte, der stellt die Kommentar-Funktion einfach ab oder bietet sie gar nicht erst an; so wie Henryk M. Broder das auf seiner Homepage macht. Herrn Broder kann man bei Anklick des „feedback“-Buttons eine e-Mail schreiben und er wählt dann aus, ob er sie veröffentlichen will oder nicht. Und Broder veröffentlicht nun mal (offenbar zu 99%) nur e-Mails, die ihn als Juden beschimpfen oder anderweitig latent oder offen antisemitisch daherkommen.

Egal, so oder so ... Kommunikation ist schon eine witzige Sache und da mir das alles bisher wenig über fixi sagte, habe ich mal versucht, seine Seite bei artmovement.org angeschaut. Ein IT-Techniker (daher vielleicht die Vorliebe zum Captcha ??? :)) aus Dresden, der unter der Rubrik Bücher „Houellebecq, Benn, T. Bernhard“ zu stehen hat. Aha, ein Intellektueller also ... sollte man sich fixi’s Gesamtwerk auf artmovement.org mal reinziehen bzw. zu Gemüte führen? Ich versuche es mit „Rüdigers Fisch“ und „In Silvester“, beide wurden einmal oder häufiger mit jeweils 4 bzw. 5 Sternen (Höchstnote 5) bewertet. Das Gedicht „In Silvester“ geht so:


In Silvester

Hast duhu
zu
Silvester
kein
Dynamite

So
pimmel doch
fett
deheine
Maid


Ein Genie, dieser fixi, denke ich mir so. Dieses Zusammenspiel von Reim, Vulgärsprache, Kürze, Sinn und kursiver Schreibweise. Phänomenal! Und das von einem IT-Techniker ... und noch dazu aus der Kunst- und Kulturstadt Dresden. Es ist also noch nicht alles verloren in dieser kulturlosen Welt. Ich lebe wieder etwas auf
;)

Naja, auf fixi’s Niveau angekommen, traue ich mich nun auch einen Scherz hier auf meinem Blog  zu veröffentlichen, der nicht von mir ist, sondern von einem früheren Schulfreund, der, als er mir das vor vielleicht 15 Jahren mal während einer Vorlesung – auf einen Zettel geschrieben –  rüberreichte, damals angehender Jurist war und heute vermutlich diverse Rechtsfälle diverser Leute bearbeitet. Ich denke, dass er seinen subtil-offenen Humor nicht verlernt hat, auch wenn dieser Humor im alltäglichen Jura-Geschäft nicht immer adäquat sein mag ;) ... auf dem Zettel stand damals jedenfalls folgendes:

 

PAXI

LEXI

FIXI


Ich wusste beim ersten Mal nicht, was das sollte bzw. was er mir damit sagen wollte. Er lächelte und meinte, ich solle es mal langsam lesen. Ich checkte es immer noch nicht. Da wir in einer Vorlesung waren, meinte er, dass ich es mal ganz leise vor mich hersagen solle. Was ich auch tat ... naja, mein relativ lautes Lächeln bzw. leises Lachen störte dann doch, glaube ich, die Vorlesung etwas. Naja, ich war nur Gast und für einen Spaß kann man so etwas schon mal geschehen lassen.

Die drei Worte bzw. Sätze waren auch nicht von ihm erfunden bzw. erdacht worden. Auch er hatte es von jemand anderem „zugesteckt“ bekommen, doch witzig finde ich das immer noch – im Gesamtbild inklusive der Geschichte drumherum ... ja, selbst wenn der Inhalt an sich primitiv ist – vielleicht genau deswegen.

Damals hatte ich auch drei Versuche gebraucht, um „erfolgreich“ zu sein, genau wie bei fixi’s Captcha-Funktion. Doch ehrlich gesagt, kommuniziere ich lieber mit Menschen als mit Maschinen, denn Maschinen sind nun mal – trotz künstlicher Intelligenz – einfach dumm und geistlos. Sie machen das, was ihnen Menschen sagen, nur eben schneller. Sie sind Datensklaven, doch das stört sie nicht. Und wenn doch, dann hängen sie sich eben einfach auf. So wie manche Menschen es auch tun, nur dass sie dies – im Falle eines Freitodes – selbst so für sich bestimmt haben.

Nun wird’s vielleicht ja doch noch philosophisch, oder? Solle ich jetzt noch über den Sinn oder Unsinn von Suiziden schreiben. Ich denke, dass ich mir das erspare ... denn letztlich können wir jeden Tag nur feststellen, was für ein Wunder das Leben an sich ist. Wer dies nicht empfinden kann, der ist vielleicht selbst mehr Maschine als Mensch, mehr Sklave anderer Menschen (und Maschinen) als ein selbstbestimmtes und selbst bestimmendes Subjekt?

In diesem Sinne, danke ich fixi für die indirekten Anregungen sowie die Auffrischung eigener Erinnerungen ... allen alles Gute, Micha.

 

PS: zu allem „Übel“ kam hinzu, dass ich am Ende dieses Artikels bemerkte, dass „fixi“ gar nicht fixi heißt, sondern „flxi“ ;) ... naja, Schriftgröße 5 und ein Meter Entfernung vom Monitor, was soll da anderes bei rauskommen, Herr Winkler? ;) ... sei’s wie’s sei, die ganze „fixi“-Geschichte wäre eigentlich für den Mülleimer ... doch als Beitrag für meinen Blog reicht’s und allen sei hiermit noch einmal gesagt, dass „fixi“ nicht „fixi“ sondern „flxi“ heißt ... ganz großes Sorry, flxi :)

 

Vor zwei, drei Jahren fand ich erstmals den Song „Computer Nr. 3“ von France Gall im Internet. Die Französin kannte ich bis dahin eigentlich nur über den Song „Ella elle l’a“ aus meiner Jugendzeit Ende der 1980er Jahre. „Computer Nr. 3“ stammt jedoch aus den 1960er Jahren, wie vielleicht unschwer an der Mode erkennbar ist. France Gall hatte vor bzw. nach diesem Lied mit Songs wie „Zwei Apfelsinen im Haar“ oder „Ein bißchen Goethe, ein bißchen Bonaparte“ das deutsche Publikum für sich erobert – vermutlich etwas friedlicher als das Monsieur Bonaparte rund 160 Jahre zuvor getan hatte, auch wenn das Publikum beim Text von „Computer Nr. 3“ bzw. dem Anblick von Mademoiselle Gall, eigentlich heißt sie ja Isabelle Geneviève Marie Anne Gall, etwas fragend verstört dreinzublicken scheint.


 

Naja, man stelle sich mal eine Zeit „10 Jahre vor Personal Computer“ und „30 Jahre vor World Wide Web“ vor und da singt eine Französin Anfang 20 dem immer noch etwas steif wirkenden deutschen Wirtschaftswunder-Publikum Zeilen wie „Der Computer Nr. 3 sucht für mich den richtigen Boy, und die Liebe ist garantiert für beide dabei.“

Reichlich 40 Jahre später ist es fast völlig normal, dass Millionen Deutsche ihren Traumpartner im Internet suchen ... auch wenn ich den Werbeversprechen von ElitePartner, Parship oder neu.de keineswegs wirklich traue. Ich bin da eher skeptisch, doch wer sein Glück über Seiten wie diese gefunden hat, warum nicht. Was ich jedenfalls so gehört habe – vielleicht bin ich auch durch den französischen Film „... hmm, Namen vergessen und nicht mehr gefunden ...“ beeinflusst, ja vorurteilsbehaftet ;), worden – klang nicht unbedingt nach dem großen Glück.

Alles in allem halte ich die Treffsicherheit von Partnervermittlungscomputer für genauso hoch wie jene des Arbeitsamtes bzw. der Agentur für Arbeit und JobCenter. Um’s mal etwas salopper auszudrücken: es gibt genügend freie Stellen, manche würden auch gern einen neuen Job, obwohl sie (noch) einen haben, andere hätten vielleicht gern noch einen Nebenjob usw. usf. Finden kann man immer etwas ... doch nach einiger Zeit ist es nicht unwahrscheinlich, dass eine der beiden Seiten sich irgendwie „gef***t“ fühlt, weil man von Anfang an etwas bestimmtes suchte und doch eigentlich etwas anderes stärker war :)

Sei’s wie’s sei ... große Internetportale scheinen im Übrigen auch Kooperationen mit Kondomherstellern einzugehen – auch da habe ich beide Male die betreffenden Firmennamen vergessen*. Nein, nicht weil ich nicht indirekt werben möchte, sondern weil es mich nur insofern interessiert hat, weil mich ein Freund darauf aufmerksam gemacht hatte, weil er das witzig fand. Und zwar gab es beim Kauf einer sagen wir 12er Packung Kondome sozusagen einen 100-Euro-Gutschein für das Portal XYZ mit dazu. Statt 240 Euro halbjährlich – ja, solche Portale sind nicht gerade billig ;) – bezahlte man nun nur noch 140 Euro. Also, letztlich sparte man vielleicht 90 Euro ein, denn die Kondome mussten ja auch bezahlt werden ;)

Genug der Worte ...  hier nun im Anschluss mein Gedicht über die digitale Liebe, die irgendwann ja mal in analoge Liebe münden solle, und dann doch offenbar eher bei rein körperlicher, sprich vertikaler Liebe, „endet“ ... wie gesagt, sind reine Vermutungen, ich bin „blutiger Laie“, was solche Partnerbörsen anbetrifft. Wer das nicht glauben möchte, den werde ich auch nicht vom Gegenteil überzeugen wollen ... so weit, so gut ... alles Gute und viel Glück in der Liebe ;)... Micha


PS: * Ich hab’ noch mal gegoogelt ... und siehe da – es waren Billy Boy und ElitePartner. Passt für mich, ehrlich gesagt, gar nicht unbedingt so zusammen. Ich dachte, dass ElitePartner eher mit konservativ wirkenden Firmen wie Fromms(er) kooperieren würden ... egal, Gummi ist Gummi
;)

 

Liebe – analog & digital


Im digitalen Zeitgetriebe

suchen Menschen nach Analogliebe.

Über Parship und Konsorten

zwischen Tagesschau- und Tatortmorden

wird gesucht, manchmal gefunden ...

mitunter dauert das auch Stunden,

bis dann endlich stimmen überein

Größe, Augenfarbe, Status-Sein,

Brustkörbchengröße, Taillenweite ...

Und so treffen sich dann beide.

 

Was bei rauskommt, weiß ich nicht,

doch hab’ gehört so manch’ Geschicht’,

Nach großer Liebe klang’s mitnichten –

war’n doch wohl eher Bettgeschichten.

 

Und fühlst du dich allein zuhaus’,

probier’s doch einfach selber aus.

Suchst du ’nen Hengst oder ’ne Biene,

hilft dir die Internetmaschine.

 

Michael Winkler, Dresden, Februar 2012

 
Es ist schon ein paar Wochen her ... so Mitte Januar 2012 könnte es gewesen sein, als Deutschlands momentaner Wirtschaftsminister Philipp Rößler von einer „vorrübergehenden Wachstumsdelle“ für das Jahr 2012 sprach (Artikel im Handelsblatt vom 19.01.2012). Mit anderen Worten und etwas konkreter: das deutsche Bruttoinlandsprodukt, abgekürzt BIP, würde nicht, wie erwartet oder erhofft um 1,X Prozent wachsen, sondern nur um 0,7%.

 


Philipp Rößler – ein Mann, der Bescheid weiß

(Bildquelle)

 

Ich begann damals spontan, nachdem ich diese Nachricht im Radio vernommen hatte, ein Reimgedicht zu schreiben; ganz einfach weil ich das Wort „Wachstumsdelle“ so nett fand. Es hat mich äußerst amüsiert. Dann vergingen einige Wochen, der Text blieb irgendwie irgendwo verruschelt liegen, bis ich vor einigen Tagen – ebenfalls im Radio – hörte, dass sich nun auch China Sorgen um die Entwicklung seines BIP machen würde. Hach, da haben die Herrn ZK- und Parteimitglieder auch allen Grund zur Sorge. Statt der erhofften oder erwarteten 9 oder 10 Prozent Wachstum, werden es dann wohl doch nur 7,5 Prozent sein. Tja, man kann eben nicht alles haben ... auch nicht in einer staatlich gelenkten Marktwirtschaft. Die Welt ist schon ganz ... schön ... ungerecht ...

Doch ... lange Rede, kurzer Sinn ... das liegengebliebene Gedicht wurde nochmals herausgeholt und aktualisiert. Für Interessierte sei noch erwähnt, dass es im Jahr 1993 bereits einen „Einbruch“ der (west)deutschen Wirtschaft gegeben hatte. Man erfand damals – oder schon vorher – das Wort „Negativwachstum“ ... nein, das ist kein Witz – das ist Wirtschaftlersprache. Manch einer mag das Euphemismus nennen, ich finde es amüsant und außerdem gibt es dem Kabarett die eine oder andere Steilvorlage.

In diesem Sinne ... Philipp, ich übergebe dir das Wort ... ciao, Micha.

 

 

Philipp Rößler’s Wachstumsdelle

 

Wachstumsdelle, Wachstumsdelle ...

Ja, der Philipp, der ist helle.

Egal, was da wie wachsen soll,

Hauptsach’ ’s spült die Kassen voll.

Doch die sind meist wie Flasche leere,

ganz gleich wie groß die War’nverkehre.

Egal, der Philipp, der wird’s wissen,

an sein Bein wird keiner pissen.

 

Denn Wachstumswahn gab’s schon vor Jahren,

auch wenn die Zahlen rote waren.

Als das Wachstum wuchs unter Null tief,

da hieß es: „Wachstum negativ“.

 

Und heute gibt’s nun Wachstumsdellen,

denn Wachstum braucht’s in allen Fällen.

Selbst die Chinesen tun schon jammern,

weil sie sich ans Wachstum klammern.

Statt zehn gibt’s nur noch sieh’m Prozente.

Oh, Konfuzius, uns naht das Ende.

 

Doch China & Philipp ... macht euer Ding,

ich derweil ein Liedchen sing’.

Ich stell mich an ’ne Litfaßsäule

Und warte auf ’ne Wachstumsbeule.

 

 

Michael Winkler, Dresden, Januar/März 2012

 

 
Heute morgen fiel mir beim Aufwachen, das wohl bisher kürzeste Gedicht in meinem lyrischen Schaffen ein
... zudem das erste, welches ausschließlich Großschreibung verwendet.

Dafür – insbesondere in Bezug auf seine Kürze – lässt es allerdings mehr Raum zur eigenen Interpretation, wie ich meine ... wenn man denn möchte und will ... oder auch nicht.

In diesem Sinne verabschiede ich mich schon mal ... alles Gute, Micha.

 

MACHT ANGST


ANGST MACHT ANGST.

MACHT ANGST MACHT ?
 

 
Wenn ich Joachim Gauck wäre, dann wäre ich jetzt 72 Jahre alt und würde eventuell über ein gewisses Maß an Altersweisheit verfügen; verbunden wäre das Ganze  vermutlich mit einer mehr oder minder großen Portion Altersmilde gegenüber manchen meiner Mitmenschen.

Zum Beispiel gegenüber Norbert Geis, der ja schon ein Jahr mehr als ich auf dem Buckel hätte und 73 Jahre alt ist. Da ich kurz davor stehen würde, zum Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt zu werden, würde mir der Herr Geis kürzlich raten meine „persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen“; sprich, ich solle mich von meiner Frau, mit der ich nicht mehr zusammen lebe scheiden lassen und stattdessen meine jetzige Freundin heiraten.  Naja, zunächst würde ich mir den Herrn Geis nochmals anschauen und wahrscheinlich denken: ‚Der sieht ja aus wie Papst Ratzinger nach 10 Wochen Fasten.’ Danach würde ich lachen oder zumindest altersmilde lächeln.

 


Norbert Geis
(Bildquelle)

 

Vielleicht würde ich dann dem Herrn Geis einen Brief schreiben und ihn fragen, ob er – wenn ich ihm den Gefallen tun würde – sowohl die Scheidungskosten als auch jene Kosten für die Hochzeit bezahlen würde. Vollständig, auf den Cent. Vorher würde ich das natürlich mit meinen beiden Frauen absprechen und mit beiden lachen.

Doch soviel Zeit hätte ich vermutlich gar nicht, zumindest nicht für langes Lachen, denn dann hätte sich schon der Wolfgang Thierse, auch erst 68 Jahre alt, eingeschalten und gemeint, dass er ja glaubt, dass ich meine Freundin liebe und ... naja, dass ich sie ja dann auch heiraten könne. Er wolle da im Übrigen „keine Staatsaffäre“ draus machen ... hää, macht er doch aber, irgendwie. Will der mich vergauckeln, der Thierse?

Naja, ich würde das dann wieder meinen beiden Frauen erzählen, vermutlich. Ich würde zu ihnen gehen, ihnen ein Bild von Wolfgang Thierse zeigen und als erstes fragen „Na, wer ist das? Der Yeti oder Reinhold Messner?“

 

Wolfgang Thierse
(Bildquelle)

 

Vermutlich würde ich meine (Noch-)Ehefrau fragen, ob sie sich scheiden lassen wolle, damit ich wieder heiraten könne und meine Freundin, ob sie möchte, dass ich mich scheiden lasse, damit wir heiraten könnten ... oder umgekehrt. Vermutlich würden beide dasselbe antworten: „Musst du doch selbst wissen, Joachim.“ ... und dann würde ich nach 20 Sekunden Überlegens beschließen, dass ... alles so weiterläuft, wie die letzten 10 Jahre auch schon.

Danach würde ich dem Wolfgang Thierse einen Brief schreiben und ihn um Rat bitten. Konkret würde ich ihn fragen, was er denn tun würde, wenn er zwei Frauen gleichzeitig liebt, also die Ehefrau und die Freundin. Vielleicht würde ich die Frage auch über die Medien an Wolfgang Thierse schicken, genau wie er es getan hatte ... dieser verkappte Spießbürger – angeblich stören den ja sogar Wochenmärkte vor seiner Haustüre; solle der mir mal ja nichts über Liebe erzählen.

Hmm, jedenfalls würde ich mir dann so denken ‚Witziges Land, dieses Deutschland. Und seine Politiker erst. Da rät ein 73jähriger einem 72jährigen, dass er heiraten solle und ein 68jähriger erzählt etwas über Liebe und Heiraten und so ... das soll mal einer sagen, die Deutschen hätten keinen Humor.’

Danach würde ich mich locker ins Amt des Bundespräsidenten wählen lassen und gleich erst mal ’nen richtigen Schocker loslassen. Ich würde nämlich eine Untersuchung und Überprüfung von ehemaligen und derzeitigen westlichen Politikern bezüglich ihrer Kontakte zum früheren (DDR-)Ministerium für Staatssicherheit, kurzum zur Stasi, vorschlagen. Da gäbe es eventuell noch Aufklärungsbedarf und wie hatte Willy Brandt doch einst gesagt „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört.“

Das würde dann sicher viel Unruhe in die deutsche Politik bringen, doch plötzlich würde mich sogar die Linken bzw. Die LINKE mögen. Und das Volk erst.

Danach würde ich aus politischen Gründen zurücktreten, wäre ja in diesem Fall völlig klar und es mir mit meinem „Ehrensold“ gemütlich machen. Mit der Hälfte dieser 200.000 Euro würde ich Projekte unterstützen, die ich schon immer mal unterstützen wollte oder etwas neues aufbauen ... und die restlichen 100.000 Euro oder rund 8.300 monatlich würde ich schon irgendwie auszugeben wissen.

Zum Beispiel würde ich zwei Filme drehen lassen. Einen über die Arbeit von Norbert Geis und einen über Wolfgang Thierse. Mann, das wäre ein Spaß ... auch wenn die Filme vermutlich etwas langweilig werden würden.

In diesem Sinne ... gut für den deutschen Staat, dass ich nicht Joachim Gauck bin, oder? ;) ... Allen alles Gute, „Pirat im Herzen“ Micha.

 

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