Eins muss man Thilo Sarrazin ja lassen. Er hat eine Nase für Fettnäpfchen und Wespennester. Zudem lässt er nahezu keins aus, weder Fettnäpfchen noch Wespennester. Noch dazu bringt er mitunter das Kunststück fertig, beides auf einmal zu machen; in – meist große oder riesengroße – Fettnäpfchen treten und dabei in irgendein – kaum kleineres – Wespennest langen.. Schon dafür hat er meinen Respekt, da kann er fast sagen, was er will.
Das Querdenker-Gen
Sarrazins Problem ist das Querdenker-Gen. Das gibt es natürlich nicht, doch jeder weiß, wie es sich auswirkt. Sarrazin ist sperrig, so sperrig, dass er Dinge – stark verkürzt und vereinfacht – auf den Punkt bringen kann. Und natürlich können bei Verallgemeinerungen nur Klischees und – wenn’s politisch oder religiös wird – Vorurteile oder Ressentiments herauskommen. Der Satz „Alles wird gut.“ verallgemeinert ebenso in höchstem Maße, regt Millionen Menschen auf und hat dennoch etwas Wahres. Und dieses „etwas Wahres“ spricht Menschen an. Genau wie im Fall Sarrazin.
Doch Thilo Sarrazin ist kein Meckerer und lässt ein Problem einfach ein Problem sein, über welches er jahrelang immer wieder in der selben Art und Weise schimpft, sondern macht es sich scheinbar zur Lebensaufgabe, dieses „Querdenker-Gen“ bis zum Äußersten auszureizen. Er ist ein Grenzgänger und freilich gerät er als solcher mit den Grenzwächtern in Konflikt. Wenn er dies nicht tun würde, wäre er eigentlich kein Grenzgänger. Selbst solche, die immer nur freundlich an der Grenze entlang laufen oder 100 Meter vorher stehen bleiben, „um nur mal zu gucken“, machen sich verdächtig. Also lässt man es lieber gleich. Augen zu, Ohren zu ist einfacher ... den Mund zu halten gelingt nicht immer.
Sarrazin ist das wahrscheinlich schon immer zu langweilig gewesen. Dafür hat er auch nicht studiert und jahrelang in diversen Gremien mitgearbeitet. Er geht lieber zum Grenzposten und macht ’nen Spruch oder wenn er sich mal verlaufen hat, geht er über die unbewachte Grenze, die er – als Freigeist – per se als „grüne Grenze“ betrachtet. Die Grenzwächter sehen das natürlich anders und das ist dann wirklich ein Problem für Sarrazin. Wenn er sich dann erklären will, warum er über diese Grenze gehen wollte oder schon gegangen ist, versucht er das wissenschaftlich und korrekt zu erklären. Ein einfaches und naiv-wirkendes „wollte nur mal gucken“ oder „hatte mich wohl verlaufen“ fällt ihm meist nicht sofort ein. Vielleicht glaubt er auch, dass sich so etwas in seiner Position nicht ziemt oder gut macht oder er es sich nicht einfach machen möchte oder oder oder ...
Menschen mit dem „Querdenker-Gen“ zeichnen sich vor allen Dingen dadurch aus, dass sie verhältnismäßig selten sind. Prinzipiell hat es jeder, doch wurde es kulturell-individuell abtrainiert, abgeschliffen, „vermasst“ ... Sarrazin hat seins erhalten und pflegt es. Wäre er nicht in diversen höheren Positionen gelandet, würde er wahrscheinlich einer sein, über den die Kollegen sich ständig – ohne sein Beisein – unterhalten, einer der „irgendwie ein bisschen schräg“ ist. Oder er wäre ein gefeierter Künstler, der sein Querdenken als etwas Besonderes vermarkten könnte.
Doch Sarrazin ist in der Politik, und da herrscht – rein von der Sprache her – „political correctness“. Querdenken und „political correctness“ schließen einander fast aus. Wer beides verbinden kann, kann sich glücklich schätzen. Zudem erscheinen solche Personen wohl nur einmal in 200 Jahren auf der geschichtlichen Bildfläche.
Sarrazin, der intelligente und naive Honigsucher
Ein bisschen naiv ist Sarrazin dann doch, im Sinne von unwissend. Er kann auch gar nicht anders, denn ein gewisser Teil der Naivität ist eng verknüpft mit der Neugier, seiner Unwissenheit Abhilfe zu schaffen. Sarrazin ist da fast schon kindlich, nicht kindisch (!), veranlagt und stolpert sich so durchs Leben. Dabei ist er allerdings ein hoch ausgebildeter und erfahrener Mensch, von dem man halt offenbar anderes erwartet. Meist kommen solche Erwartungen genau von jenen, die sich die kindliche Neugier bereits abgewöhnt haben und einfach mitlaufen; die „politische Kaste“ ist voll von Mitläufern. Somit kehrt sich im Fall Sarrazin der Musketier-Spruch quasi um und wird zu „Alle gegen einen und einer gegen alle“.
Seit einigen Jahren geht nun Thilo Sarrazin recht intensiv und dennoch naiv an die Bearbeitung des Problems der so genannten „Zuwanderung“ und deren Folgen heran. Mit der Geschichte um das Buch „Deutschland schafft sich ab“ ist es wohl ungefähr so, wie wenn Klein-Thilo auf der Suche nach Honig gewesen wäre, dabei nach Bienennestern suchte und dann – in der Annahme eins gefunden zu haben – kräftig dort hineinlangte. Als er bemerkt, dass es ein Wespen- und kein Bienennest war, rennt er erst einmal ein Stückchen, schmeißt dabei mehrere mehr oder minder wertvolle Gegenstände herunter und sieht sich plötzlich zwei Lagern gegenüber. Den böse dreinschauenden Grenzwächtern und jenen, die auch gern Honig wollen und die entweder perplex sind oder ihm schon mal für seinen Mut applaudieren.
Dummerweise befand sich nämlich Thilos Honigsuchgebiet im Grenzgebiet, da wo kaum einer zu suchen wagt; einfach zu gefährlich. Alle wissen, dass es dort Honig geben könnte, doch die allerwenigsten haben Zeit, Lust, Ausrüstung oder die geistigen Fähigkeiten, sich auf die Suche zu machen. Und dann macht es irgendwann mal einer – auf eine recht unkonventionelle Art. Urplötzlich herrscht Aufruhr und Chaos.
Doch eigentlich ist es viel Lärm um nichts oder zumindest um recht wenig. Es ist keiner gestorben, nur ein paar Stiche hier und dort sowie ein paar Dinge, die zu Bruch gegangen sind. Die Schadensprüfer sind bereits am Werk, denn sie sind immer irgendwie die schnellsten – und behindern teilweise die gerade eingetroffenen Ärzte und Sanitäter.
Einerseits schimpfen nun die – selbst ernannten – Grenzzieher, dass man das einfach nicht macht, dass diese Grenze nicht überschritten werden darf. Andererseits empfinden wahrscheinlich Millionen, dass dem Thilo Anerkennung gebührt. Den Grenzziehern geht es scheinbar eher darum, dass keiner nochmals auf die Idee kommt, im Grenzbereich nach Honig zu suchen, denn sie haben selbst genug Honig oder lassen ihn sich von anderen besorgen. Vielleicht ist es jedoch auch nur versteckter Neid, dass sie nicht selbst mal so unkonventionell wie Thilo Sarrazin einfach losgegangen sind. Während sich der Thilo zum Pop-Star mausert, wahrscheinlich auch noch ohne seinen Willen, bleibt ihnen nur die Einsicht, dass irgendetwas nicht mehr so ist wie früher.
Der „breiten Masse“ geht’s wahrscheinlich gar nicht mal so sehr um den Honig – man kann auch mal ohne ihn leben, sondern einfach darum, dass mal jemand ohne alle Regeln, Vorschriften und guten Sitten einzuhalten – sozusagen „jenseits von Gut und Böse“ –, einfach etwas tut. Selbst wenn es „nur“ ein Buch zu schreiben ist, wie im Fall Sarrazin.
Ist Sarrazin ein moderner Eulenspiegel?
Sarrazin ist da scheinbar nicht nur irgendwie in ein Real-Remake der Musketierfilme geraten, sondern spielt den Eulenspiegel gleich noch mit. Entweder spielt er mehrere Filme parallel oder ist ständig im Rollenwechsel. Er hält nahezu allen den Spiegel vor’s Gesicht. Nur bemerken das die allermeisten nicht, sonst wären sie wohl etwas leiser. Ganz gleich, ob Medien oder Politik, ob Bundesbank oder diverse andere institutionellen Vereinigungen, der Sarrazin ist ein rotes Tuch und man weiß noch nicht, ob man selbst Stier oder Torero ist.
Am besten kann man den Fall Sarrazin wohl aus der Sicht eines Komikers verstehen, denn was Deutschland in der Woche um den Weltfriedenstag (es war der 1. September, so zur Auffrischung) erlebt hat, hat etwas Tragikkomisches. Und wer könnte es besser auf den Punkt bringen als ein türkisch-stämmiger Komiker (gern auch „Comedian“)? Der „Tiger vom Kreuzberg“, Cemal Atakan, nennt Sarrazin in einem Welt-Online-Artikel den „Süper-Türken der Woche“ und meint:
„Man kann über alles spreschen, aber wenn man spreschen will, muss einer ers mal Meinung haben, weissu! Wenn du keine Meinung hast, und isch hab keine Meinung, dann sitzen wir da und sagen nichts und nichts passiert! Darum, weil er hat Schnurrbart wie Türke und Dasak [„Eier“ = Mumm, Mut, Anm. M.W.] wie Türke, er is Süper Türke der Woche! Und Herr Sarrazin, wenn du hast Zeit und Lust, lass mal treffen meffen, weil du bist Deutschexperte und isch bin Türkei-Experte, und zusammen wir haben bestimmt gute Idee, was kann man besser machen! Hadi Schüs ya!”
Die Sache mit den Genen
Achja, die Sache mit dem Gen … da hat sich Thilo Sarrazin in der Tat ein Ei gelegt. Doch er hat „Dasak“ genug, um es kurz hinterher als „Unfug“ zu bezeichnen. Ausgang des landesweiten Aufschreis war eine einzige Frage von zwei Journalisten der WELT in einem Interview Ende August 2010 – mit gerade mal sechs Worten „Gibt es auch eine genetische Identität?“ Sarrazin hatte daraufhin geantwortet: „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.“
Den Nebensatz hatte Sarrazin wohl im Nachhinein noch angefügt, als er das Interview zur Autorisierung vorliegen hatte. Es ist davon auszugehen, dass er sich im eigentlichen Gespräch – in einem Kebab-Restaurant in Berlin-Kreuzberg – nicht vollkommen bewusst war, dass er hier nicht nur zu zwei Journalisten, sondern zu Millionen Menschen sprechen würde. Manche Worte überlegt man sich erst im Nachhinein von ihrer Tragweite her. Zudem wurde er eindeutig von den Journalisten auf die „Gen-Schiene“ gebracht. Vermutlich ergänzte er den Satz durch den Nebensatz, da er des Sprengstoffes bewusst wurde, er jedoch eine Streichung oder eine anderweitige Veränderung für nicht zulässig oder „gegen ihn verwendbar“ hielt. Dass er – als Deutscher – nun ausgerechnet „Juden“ als Beispiel wählt, kann man getrost als „Fettnapf ins Quadrat“ bezeichnen und da weiß wohl auch nur Gott oder Allah oder wer auch immer, wie ihm diese Eingebung da über die Lippen kam. Genauso wenig wissen wir, ob der Restaurantname mit Bezug auf die iranische Trägerrakete mit der selben Bezeichnung oder den Schmuckstein, Saphir, gewählt worden war. Doch das ist eine andere Geschichte.
Was kann der ganze Rummel um Sarrazin bringen?
Inhaltlich jedenfalls sagt Sarrazin nichts wirklich Neues, zumindest nicht prinzipiell. Verkürzt lautet seine Analyse: es gibt Probleme in Deutschland und irgendwie tut sich nichts, obwohl viele etwas und manche scheinbar gar nichts tun. Oder doch andersherum?
Sei’s wie’s sei ... jedenfalls sind seine Strategien, seine Lösungsansätze, eher autoritär und staatsnah. Sie mögen gut gemeint sein, doch vermutlich würden viele Deutsche, wenn Sarrazins Vorschläge denn mal durchgesetzt werden würden, nicht mehr so viel Zustimmung entgegenbringen.
Doch wie der „Tiger vom Kreuzberg“ es bereits sagte, Sarrazin hat eine Meinung und da kann man drüber reden. Ganz entspannt und möglichst nachdem man die Emotionen vorher – bei einem Tee oder einer Shisha oder beidem – etwas runtergefahren hat.
Meinungsfreiheit?
All jene, die Sarrazin inhaltlich vorwerfen, sollten sich in der Tat das Grundgesetz nochmals anschauen. Meinungsfreiheit bedeutet – zumindest habe ich das immer so verstanden –, dass man alles, aber auch alles, sagen kann. Nicht das was darf beschnitten werden, sondern man könnte Sarrazin bestenfalls darauf hinweisen, wann und wo er wie etwas sagen könnte, damit er vielleicht eher das erreicht, was er zu erreichen gedenkt.
Insofern entpuppt sich die Meta-Diskussion um Sarrazins Buch, die wohl Stoff für hundert weitere Bücher liefern könnte, als interessantes Forschungsgebiet, wie diverse Protagonisten der deutschen Politik-, Medien- und Kulturbranche mit dem Wort „Freiheit“ und konkret der Meinungsfreiheit umgehen beziehungsweise in Zukunft umzugehen gedenken. Was da einige von sich preisgaben, ist mitunter mehr zum Stirnrunzeln als alles, was Sarrazin bisher irgendwann einmal von sich gegeben hat.
Im Grunde hängt vieles an unterschiedlichen Begriffsverwendungen, trotz aller gewollten wissenschaftlichen Eindeutigkeit. Geisteswissenschaften sind nun mal keine Naturwissenschaften im engen Sinne. Allein die unterschiedliche Interpretation des Wortes „Freiheit“ hat Hunderte Millionen Menschen in den vergangenen Jahrhunderten eines unnatürlichen Todes sterben lassen. Übertragen auf das Wort „Liebe“ erleben wir tagtäglich millionenfach Kleinkriege; mitunter auch mit Todesopfern.
Und Sarrazin soll über das Wort „Gen“ stolpern? In einer so genannt aufgeklärten Welt, in der jährlich mehrstellige Millionenbeträge für die Genforschung ausgegeben werden? Das verstehe, wer will und kann.
Letztlich könnte Sarrazin lediglich eine Begriffsverwechslung stolpern gelassen haben. Wenn man das Wort „Gen“ durch „Seele“ oder „Wesen“ – okay, das Wort „Wesen“ ist auch schwierig für die Deutschen, bleiben wir bei „Seele“ –, ersetzen würde, dann wäre wahrscheinlich gar nicht viel passiert. Bestenfalls wäre Sarrazin vielleicht als Mystiker bezeichnet oder verschrien worden. Doch einige der großen Deutschen, die Dichter und Denker, sprachen nahezu ständig von den Seelen.
Konnte Sarrazin gar nicht anders?
Sarrazins „Querdenker-Gen“, seine „Querdenker-Seele“, hat vielleicht sogar eine in der Wissenschaft ganz natürlich Aufgabe bewältigt; jene der Falsifizierung. Mit anderen Worten: wer zu A gelangen will, muss erst mal nach -A schauen. Er gelangt dadurch zum Ziel, dass er zunächst erkennt, wie es nicht geht. Da er in einem Interview war, hat er eben laut gedacht. Der Prozess der Erkenntnis kam später. Will man ihm das nun zum Vorwurf machen? Wenn ja, dann könnten wahrscheinlich 90-95% der bundesdeutschen Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz gleich morgen verlassen. Oder wir würden in einer ziemlich wortkargen Atmosphäre landen.
Er war in einer exponierten Position, in der man hinhörte, wenn er etwas sagte und auf seine Worte genau achtete. Zudem spricht er eine recht verständliche Sprache, die von Verkürzungen lebt und zum Großteil auch nur durch genau diese Verkürzungen den Worten zum Leben verhilft. Die vielen Missverständnisse um seine Worte, sind im Grunde ein Abbild der unterschiedlichen Sprachwelten. Ironischerweise verstehen wahrscheinlich Muslime oder Araber mit eher unterdurchschnittlichen Deutschkenntnissen Sarrazin eher als seine Landsleute, trotz Deutsch als Muttersprache und 12 Jahren Schuldeutsch.

Wer und was schafft sich da gerade ab?
Es ist durchaus denkbar, dass, wenn die politische Führung Deutschlands weiterhin so auf diesen „Medien-GAU“ reagiert, sich Deutschland in der Tat selbst abschaffen würde. Es blieben nur Deutsche und alle anderen im früheren Deutschland Lebenden übrig; ganz gleich welcher Hautfarbe, Religion, Kultur etc.
Vielleicht war der Buchtitel ja sogar recht prophetisch. Europa wächst zusammen, die Welt wächst zusammen. Menschen wachsen zusammen, noch mehr wenn sie keine Lust mehr auf Kriege und sonstigen Streit haben. Wozu braucht man dann noch Deutschland. Eine deutsche Nationalität wäre völlig ausreichend, z.B. als deutscher Europäer. Und wenn die Türkei irgendwann einmal zur EU gehören sollte, gibt es noch türkische Europäer. Wen interessiert dann noch das Thema „Integration“?
Unter anderen politischen Vorzeichen würde Sarrazin allein für seine Konsequenz, in Fettnäpfchen zu treten und Wespennester aufzustechen, das Bundesverdienstkreuz, meinetwegen am Bande, zustehen. Doch dann müsste es vom Volk direkt verliehen beziehungsweise bestimmt werden können.
In jedem Fall wissen alle Beteiligten, dass sie einiges zu verlieren haben. Die Frage ist auch nicht mehr, ob sie etwas verlieren, sondern wie viel, wann und wie. Das ist dann wahrscheinlich eine Frage, die nur die persönliche Freiheit der Einzelnen beantworten kann.
Ich persönlich fühle mich seit einer Woche jedenfalls den türkischen Döner-Verkäufern näher als je zuvor, obwohl ich mich nie wirklich sehr weit entfernt gefühlt habe. Scheinbar paradox, doch so ist wohl das Leben. Insofern freue ich mich nahezu schon auf weitere, zukünftige Medienberichte, Talkshows, Buchveröffentlichungen von, über und wegen Thilo Sarrazin.
Achja, und irgendwann lese ich dann auch mal das Buch.