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Tja, da war's passiert ... jetzt weiß ich, warum ich mich von Blogs Jahre lang mehr oder minder ferngehalten hatte - die Angst vor der Technik ;)

Am 15.8.2009, pünktlich zu Mariä Himmelfahrt, Napoleons 240. Geburtstag, dem 62. Jubiläum der Unabhängigkeit Indiens und Madonna's (also der Maria Italiens sozusagen) erstem Konzert in Polen, ging dieser Blog ins Word Wide Web. Dann sah ich Usain Bolt am 16.8.2009 rennen und wollte gleich noch einen Sport-Blog aufmachen, um offenbar alles "Geblogge" nachzuholen, was ich jahrelang nicht getan hatte. Nachdem ich einen weniger schmucken Namen für den Sport-Blog gewählt hatte, wollte ich diesen löschen und neu anlegen ... und erwischte den Piraten-Blog.

Naja, da ist er nun wieder ... genauso wie der Sportsfreund-Micha-Blog.

Und für den Fall, dass jemanden diese Frage durch den Kopf gehen sollte ... ich bin kein Mitglied der Piratenpartei, verstehe mich jedoch als "Pirat im Herzen" - wie im Titelbild des Blogs vielleicht unschwer zu erkennen ist ;)

Alles in allem wünsche ich viel(e) Freu(n)de beim Stöbern durch die Artikel, "Pirat im Herzen" Micha(el Winkler), Dresden.

 
Vor einigen Wochen fragte mich ein Freund relativ unvermittelt danach, ob Alice – gemeint war Alice Schwarzer – denn einen Dildo besäße. Meine Antwort darauf kam recht spontan ... doch ich werde sie an dieser Stelle nicht einfach so kundtun, sondern – wie sich das für einen Möchtegern-Lyriker gehört – in Reimform wiedergeben; als Zweizeiler. In der ersten Zeile steht die Frage des Freundes, in der zweiten sinngemäß meine Antwort ...

Anzumerken wäre vielleicht noch, dass zwischen dem kurzen Dialog und dem Einfall mit dem Zweizeiler ungefähr anderthalb Monate lagen – offenbar schien mir die Sache nicht mehr aus dem Kopf zu gehen und ging letztlich eigene inspirative Wege ;)

So weit, so gut ...  kurz und schmerzlos – der Zweizeiler:

Hat Alice wohl ein Dildolein?

Wenn ja, wird’s wohl ein schwarzer sein.


Wer jetzt behauptet, dass dieser Zweizeiler niveaulos, unterirdisch, grottenschlecht, mies oder oder sei ... dem würde ich glattweg Recht geben. Doch gerade weil er so grottenschlecht ist, ist er auch schon wieder irgendwie ... mitteilenswert.

Kritiker mögen die Doppelung des Wortes „wohl“ festgestellt haben. Mir ist das natürlich auch aufgefallen, doch ebenso fiel mir bisher auch noch nichts besseres ein. Richtig ist des Weiteren, dass man statt „schwarzer“ auch „Schwarzer“ schreiben könnte, was jedoch der ganzen Sache einen neuen Sinn geben würde. Zudem entsteht der eigentliche (Wort-)Witz gerade aus der Doppel- bis Dreifachdeutigkeit von „schwarzer“ und „Schwarzer“, die jedoch nur beim Hören entsteht ... insofern ist die schriftliche Version dieses Alice-Schwarzer-Witzes eher unvorteilhaft.

Sei’s wie’s sei ... da es sich um ein eher weniger bedeutsames Werk handelt, soll das an dieser Stelle mit der kritischen Besprechung reichen.

Achja, wer hinter diesem Witz jetzt in irgendeiner Weise Rassismus oder Sexismus vermutet, dem möchte ich hiermit feierlich mitteilen, dass ich ein rassistisches, sexistisches, chauvinistisches Macho-Arschloch bin :)

Ach ... noch etwas. Auch der alte Goethe hat mitunter Dinge geschrieben, die man dem Verfasser von „Heidenröslein“, „Osterspaziergang“ etc. vermutlich (so) nicht zugetraut hätte. Vor einigen Jahren fand ich auf aphorismen.de folgende Zeilen aus der Hand des Meisters ...

In dem engsten der Gäßchen, es drängte sich kaum durch die Mauern, saß mir ein Mädchen im Weg, als ich Venedig durchlief. Sie war reizend, der Ort – ich ließ mich Fremden verführen – ach, ein weiter Kanal tat sich dem Forschenden auf. Hättest du, Mädchen, Kanäle wie die Venedigs und wäre dein Vötzchen wie die Gäßchen hier, wärst du die herrlichste Stadt.

Johann Wolfgang von Goethe, (1749 - 1832)
Quelle: »Venezianische Epigramme«


Komplett kann man sich die „Venezianischen Epigramme“, wenngleich ohne Umlaute und „ß“, auch auf einer Seite von archive.org

So weit, so gut ... last but noch least noch ein kleines Bildchen, welches ich bereits vor einigen Monaten beim Gedicht „Das Pornostarlet“ verwendet hatte – doch irgendwie passt es auch zum obigen Alice-Schwarzer-Zweizeiler. In wenigen Tagen feiert die „EMMA“ nämlich ihr 35jähriges Bestehen ... Gratulation an dieser Stelle. Vielleicht kann Alice Schwarzer nach ihren Kachelmann-Prozess-Kolumnen in der BILD-Zeitung demnächst erreichen, dass die EMMA als Wochenendbeilage in der BamS liegt ...  

In diesem Sinne ... allen alles Gute, insbesondere Alice Schwarzer ... Micha.

 

 

 
Ja, es ist keine neue Nachricht: China wird bald die Welt anführen.

Seit einigen Jahrzehten hat China die meisten Menschen, momentan irgendetwas um die 1,34 Milliarden, was rund einem Fünftel der Weltbevölkerung entspricht. Ein-Kind-Politik mal hin oder her ... China wird so schnell nicht schrumpfen.

Seit einigen Jahren können die USA auch nicht mehr ganz so einfach mit China auf Feind machen, denn China hat die weltweit größten Dollarreserven ... und darüber nicht nur glücklich ist. Doch wären Euro-Reserven besser?

Egal, aus meiner Sicht macht es China viel cleverer ... die Sache mit der Weltherrschaft, meine ich. Nämlich über Kinderspielzeug. Nein, ich meine nicht die Tatsache, dass chinesische Spielzeugartikel irgendwie Sicherheitsmängeln haben oder Gesundheitsgefahren bergen ... nein, nein, kein Problem. Das findet der TÜV oder wer auch immer schon raus. Der Trick geht über die Klingeltöne und Geräusche dieser Spielzeuge und richtet sich in erster Linie an die Eltern der Kinder ;) ... wer einmal zehnmal hintereinander dasselbe Geräusch von so einem „Spielzeug“ gehört hat, weiß, dass dieses Spielzeug vielmehr auch eine Art Folterinstrument ist. Es ist laut, geht mitunter schwer abzustellen und schaltet sich manchmal auf wundersame Art und Weise von selbst an.  

 


 

Die Eltern der Kinder mit dem chinesischen Spielzeug bekommen dann spätestens nach einem Jahr einen Kollaps und fallen für die Wirtschaft mehrere Monate aus. Was wiederum China nützt. Zudem werden Ehen zerrüttet, weil ein Ehepartner den anderen beschuldigt, das Zeug gekauft zu haben. Oder Freundschaften gehen in die Brüche, weil man sich gegenseitig zu jedem Kindergeburtstag ein noch lauteres Spielzeug – Made in China – schenkt. Um von den Gesundheitsschäden wieder runter zu kommen, wird dann der Sektor der TCM – der Traditionellen Chinesischen Medizin – ausgebaut. Na, Prinzip verstanden?

Last but not least ... warum wurde denn China 2009 Export-Weltmeister? ... Tja, logo, das ganze Spielzeug. Auf Platz 2 der Spielzeugproduzenten nach Deutschland liegen übrigens die Niederlande. Na, alles klar? ... Fußballfeindschaft als Motiv für Spielzeugimporte ist doch logo. Und statt TCM gibt's in den Niederlanden Joints mit THC drin ... dasselbe Prinzip wie bei China, nur ein paar Nummern kleiner.

Nun ja, wir werden es ja erleben ... wer’s nicht glaubt, der geht einfach mal – mit Kindern in einen Spielzeugladen ... Achja, TCM und THC mitnehmen, okay :)

In diesem Sinne ... alles Gute, Micha.

 

PS: achja, ein Nachtrag zum Thema „Exportweltmeister“ ...


 
... oder sogar komplett sozusagen nach hinten losgehen, ist mir kürzlich in Lissabon bewusst geworden.

Gestreikt wird ja weltweit; mitunter auch in Deutschland. Doch ehrlich gesagt, hat mich das Thema bisher nur bedingt interessiert. Ich habe Bilder im Fernsehen gesehen und da waren – wie vermutlich immer – auf der einen Seite jene, die sagten „Kann ich verstehen. Sollen die ruhig für ihre Forderungen streiken.“ Und auf der anderen die, die meinten „Und wie komme ich zur Arbeit?“, wenn es sich z.B. einen Streik im Verkehrsbereich handelte.

Irgendwie war ich immer eher der ersteren Ansicht, denn man sollte seinem Unmut mit widrigen Arbeitsbedingungen oder schlechten Gehältern und Löhnen durchaus auch ausdrücken dürfen. Ob nun ein Streik der beste Weg dafür sei, konnte ich nie wirklich einschätzen, da ich selbst nie in einer Situation war, in der ich hätte streiken wollen – möglicherweise nicht mal können. Wenn mir etwas missfiel, habe ich versucht, Einzellösungen zu finden oder wenn es allgemeine Probleme waren, diese anzusprechen, notfalls auch mit einer internen Rundmail. Zunächst herrschte dann meist etwas Verwirrung usw. usf., doch meist erkannte man den Funken Wahrheit daran bzw. darin und mit den allermeisten Vorgesetzten habe ich auch weiterhin ein gutes Verhältnis gehabt.

Doch das ist eine andere Geschichte bzw. es sind andere Geschichten. Bleiben wir beim Streik ... kürzlich war wieder einer; wie gesagt in Lissabon. Die Verkehrsbetriebe der Stadt hatten sich entschieden, am 23., 24. und 25. Dezember 2011 nicht zu fahren, zumindest die U-Bahn-Linien, S-Bahnen und Vorortzüge, so weit ich das verstanden hatte. Erst dachte ich mir so: ‚Hmm, clever gemacht ... ausgerechnet am Heiligabend im katholischen Portugal. Das bringt Stimmung.’

 


Quelle

 

Meine Anerkennung für diese bravouröse Idee wich jedoch schnell einem nahezu gegenteiligen Eindruck. Nämlich als ich mich fragte, wer denn unter einem solchen Streik leiden würde?

Sind es vielleicht die Reicheren, die sowieso mit dem Auto fahren? Nein, die interessiert das eigentlich überhaupt nicht. Warum auch? Öffentlicher Nahverkehr ist für einige vielleicht sogar Verschwendung von Steuergeldern.

Stört es den Staat? Nein, auch nicht wirklich. Denn, wenn ein Staat eine clevere PR – ich könnte auch Propaganda schreiben – fährt, dann werden sich diverse Regierungsmitglieder schon Worte so zurechtlegen bzw. -schreiben lassen, dass sich die Aktion gegen die Streikenden selbst wendet. So nach dem Motto „Wir müssen alle sparen.“ oder „Am Heiligabend sollten wir uns in Nächstenliebe üben und nicht unseren rein egoistischen Interessen folgen.“ usw. usf.

Eine Freundin erzählte mir dann , dass sie knappe 55 Euro im Monat für eine Zwei-Zonen-Karte für Lissabon zahlt. Im November 2011 kamen aufgrund von Streiks noch reichlich 25 Euro dazu, die sie für Taxis bezahlen musste, da sie zudem auch Spätschicht hat und erst nach 23 Uhr nach Hause fuhr. Rückerstattung durch die streikenden Verkehrsbetriebe? Einige ihrer Kolleginnen hatten es versucht – Fehlanzeige; was wohl auch zu erwarten war.

Selbstverständlich war sie sauer und interessanterweise erzählte sie von einem privaten Verkehrsunternehmen im südlichen Teil der Stadt. Die Preise seien annähernd dieselben, doch es gäbe keine Streiks. Logischerweise plädierte sie für private Verkehrsunternehmen. Da ich die genauen Details nicht kenne, wollte ich diese Randanekdote nur anbringen, weil die Schlussfolgerung vieler „Weniger Staat – mehr Wirtschaft“ wohl u.a. aus genau solchen Situationen entsteht. Ob man für den jeweiligen Service merh bezahlt, sei einmal dahingestellt – jedenfalls scheint er zuverlässiger. Wie gesagt, ich habe keine Zahlen und Fakten, sondern nur Erzählungen zur Verfügung.

Dieselbe Freundin brachte mir dann allerdings auch eine Lösung nahe, die ich recht einfach und logisch fand ... und die vermutlich schon andernorts praktiziert wird: wenn ein Verkehrsbetrieb streikt, dann läuft der Verkehrsbetrieb weiter wie bisher; nur es werden keine Fahrkarten verkauft und kontrolliert. Mit anderen Worten der Transport ist kostenfrei.

Sind wir doch mal ehrlich: wen interessieren denn irgendwelche Drohungen von Streikenden wirklich? Letztlich geht es ums Geld – auf beiden Seiten des Verhandlungstisches. Also kann man die Sache am besten auch nur über die finanzielle Schiene regeln. Um sich den Unmut der Massen nicht auf den Hals zu laden, macht man sie sich zu Freunden. Kostenlos fahren alle gern mit der Bahn oder dem Bus. Das hat sogar einen gewissen Werbeeffekt für den ÖPNV.

Doch naja, vermutlich würden Gewerkschaften so weit nicht denken bzw. gehen. Keine Ahnung, reine Vermutung. Vielleicht sind die Kontrolleure auch unabhängig von der Bahn angestellt? Das wurerde die Durchführung obiger Idee etwas erschweren. Doch in welchem Interesse arbeiten sie dann? Bekommen sie höhere Löhne und wollen eventuell deshalb nicht mitstreiken? Tja, alles Fragen, die man/ich noch konkret hinterfragen sollte ... ansonsten halte ich die Idee an sich für nahezu perfekt. Und in jedem Falle besser als diejenigen zu benachteiligen, die sowieso schon am unteren Ende der Gesellschaft sind.

In diesem Sinne ... Strike for your rights – aber vorher besser nochmals überlegen WIE ;) ... Pirat Micha.

 

PS: im Übrigen ... Streik ist nicht gleich Streik ... wer sich mit dem Thema etwas näher beschäftigen möchte, dem empfehle ich den Film „Made in Dagenheim“, der in Deutschland unter dem Titel „We want Sex“ lief.

 

 

 

 

 
Eine meiner Lieblingspersonen der letzten Tage ist ja Richard David Precht. Das konnte wohl aus den beiden Artikeln der vergangenen zwei Tage irgendwie herausgelesen werden. Naja, nun hat mich Herr Precht so inspiriert, dass ich ihm erstens dankte und zweitens für eine Revolution in Deutschland plädieren sah. Nach diesen zwei tendenziell eher satirisch zu verstehenden Blogbeiträgen, kann ich mich nun vielleicht auch mal mehr nur mit dem Sachlichen beschäftigen.

Insofern schaue man sich einfach nochmal das Video von Ende November 2011 an, bei dem Precht bei "Lanz" im Talksessel saß und für eine Art soziales Pflichtjahr für Senioren plädierte. Und hinterher einen Teil seines Auftritts bei Anne Will im März 2010, als es um Guido Westerwelle’s "Spätrömische Dekadenz" ging (ach, wie ich Guido’s Sprüche doch vermisse - ehrlich :))

 

Richard David Precht bei „Markus Lanz“, November 2011

 

Richard David Precht bei „Anne Will“, März 2010

 

Nun tausche man einfach mal in den beiden Videos Hartz-IV-Empfänger gegen Senioren oder andersherum. Hmm, kann es sein, dass hier Herr Precht nicht nur äußerst paradox, sondern quasi völlig entgegengesetzt argumentierte. Ende November 2011 spricht er bei "Markus Lanz" eher wie Arnulf Baring im März 2010 bei "Anne Will" ;)

Hmm, da frage ich mich natürlich folgendes:

1. Was ist in Herrn Prechts Leben zwischen März 2010 und November 2011 vorgefallen?

2. Wie oft hat sich Richard David Precht die von ihm gestellte und teilweise beantwortete Frage "Wer bin ich - und wenn ja wie viele?" auch selbst nicht nur gestellt, sondern auch beantwortet?

3. Kann es sein, dass Herr Precht eigentlich gar nichts Neues bringt? ... ist eine Erhöhung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre (ab 2029?) nicht automatisch eine Rentenkürzung - für alle Senioren, die nicht mehr arbeiten?

Tja, da dreht sich bei mir momentan das Fragen-Karussell. Also, ich glaube, ich könnte dem Herrn Precht mal ’ne e-Mail schreiben :) ...

Sei’s wie’s sei ... jetzt kommt erst mal Weihnachten, auch bei „Knecht RuPrecht“ (dummes Wortspiel, ich weiß ;)) ...

Also, bis die Tage, ciao Micha. 
 


Also, ich geb’s gern zu. Die Nachricht vom Tode Kim Jong-il’s hat mich nicht sonderlich getroffen. Doch offen gestanden hat die Berichterstattung im nordkoreanischen Fernsehen zum Lachen gebracht ... oder sagen wir es war ein breites Grinsen.

 

 

Man mag mich deswegen gern als emotional unterkühlten Menschen bezeichnen, geht in Ordnung. Mein Humorzentrum wurde dann mindestens genau stark von diesem Video auf „Russia Today“ getroffen.

 

 

Nicht nur, dass man mitunter wirklich denken kann, dass einige herzlich lachen, scheint ja die halbe Nation nach dem Tod des „Führers“ wegzubrechen. Naja, irgendwie hat mich das alles auch ein bisschen an meine Kindheit, Mitte der 1980er Jahre, erinnert, als fast jedes Jahr ein anderer Sowjetführer das Zeitliche segnete: Breshnew Ende 1982, Andropow Anfang 1984, Tschernenko ein reichliches Jahre später ... 1985 kam dann Gorbatschow; den Rest kennen wir ja ... irgendwie.

Naja, Freude und Leid, Trauern und Lachen liegen oft nahe beieinander ... und nun stellen wir uns einfach mal vor, wir sind John Cleese – einer der Monty-Python-Truppe – und sind in Mumbai, dem früheren Bombay auf einer Lach-Yoga-Session. Das sieht dann ungefähr so aus ...

 

 

Naja, genug gelacht für heute. Vielleicht hilft’s den Nordkoreanern ja auch ... irgendwie. Und ich will nicht übertreiben oder gar lästern, doch Kim Jong-il’s Sohn und Nachfolger, Kim Jong-un, der mitunter auch “babyface“ genannt wird, hat definitiv auch einen hohen Humorfaktor.

 


Quelle

 

So, last but not least, noch ein Filmtipp ... Mitte Juni 2011 sah ich im Dresdner „kid“ („Kino im Dach“) den Film „Hana, dul, sed“ der österreichischen Regisseurin Brigitte Weich, den ich wirklich empfehlen kann.

 

 

So weit, so gut … bis zum nächsten toten „Schurken“, waren ja dieses Jahr schon 'ne ganze Menge, Mann. Erst Bin Laden, dann Gaddafi, jetzt Kim Jong-il … hmm, ob das Obama im Wahlkampf als Pluspunkte verarbeiten wird und kann? :-)

In diesem Sinne … bis zum nächsten Mal, „Pirat im Herzen“ Micha.

 

 
Natürlich hat Heinrich Heine zu seinen Lebzeiten nichts über Sitcom geschrieben, zumindest nicht direkt, doch eigentlich sehr wohl. War das jetzt verwirrend?

Macht nichts ... anbei ein Ausschnitt aus dem Buch "Europäischer Bilderbogen", Seite 121. Konkret schreibt Heine "Über die französische Bühne" (1837):

"Wissen Sie, was ein Chatouilleur ist? Ich selber kenne die Bedeutung dieses Wortes erst seit kurzem und verdanke diese Belehrung meinem Barbier, dessen Bruder als Chatouilleur bei einem Boulevardtheater angestellt ist. Er wird nämlich dafür bezahlt, daß er bei der Vorstellung von Lustspielen jedesmal, wenn ein guter Witz gerissen wird, laut lacht und die Lachlust des Publikums aufreizt. Dieses ist ein sehr wichtiges Amt, und der Erfolg von vielen Lustspielen hängt davon ab. Denn manchmal sind die guten Witze sehr schlecht, und das Publikum würde durchaus nicht lachen, wenn nicht der Chatouilleur die Kunst verstände, durch allerlei Modulation seines Lachens, vom leisesten Kichern bis zum herzlichsten Wonnegrunzen, das Mitgelächter der Menge zu erzwingen. Das Lachen hat einen epidemischen Charakter wie das Gähnen, und ich empfehle Ihnen für die deutschen Bühne die Einführung eines Chatouilleurs, eines Vorlachers. Vorgähner besitzen Sie dort gewiß genug. Aber esist nicht leicht, jenes Amt zu verrichten, und, wie mir mein Barbier versichert, es gehört viel Talent dazu. Sein Bruder übt jetzt schon seit fünfzehn Jahren und brachte es darin zu einer solchen Virtuosität, daß er nur einen einzigen seiner feineren, halbgedämpften, halbentschlüpften Fistellaute anzuschlagen braucht, um die Menge in ein volles Jauchzen ausbrechen zu lassen. 'Er ist ein Mann von Talent', setzte mein Barbier hinzu, 'und er verdient mehr Geld als ich; denn außerdem ist er noch als Leidtragender bei den Pompes funébres angestellt, und er hat des Morgens oft fünf bis sechs Leichenzüge, wo er, in seiner rabenschwarzen Trauerkleidung mit weißem Taschentusch und betrübtem Gesichte, so weinerlich aussehen kann, daß man schwören sollte, er folge dem Sarge seines eigenen Vaters.'"

aus Heinrich Heine "Europäischer Bilderbogen", S. 121f., Phönix-Verlag Hamburg, 1946

 

Heinrich Heine im Jahr 1837
(Kupferstich von Tony Johannot, Quelle Wikipedia)

 

Natürlich ist Sitcom etwas anderes, doch ein Hauptelement, die eingespielten Lacher - bei Wikipedia auch unter "Lachkonserve" zu finden -, dürfte dem Sinn und Zweck des Chatouilleurs schon ziemlich nahe kommen.

Und ich hatte immer gedacht, dass das eingespielte Lachen 'ne amerikanische "Erfindung" gewesen wäre. Tja, offenbar wieder nur ein Remake ... und vermutlich wieder ein aus Frankreich übernommenes
:-)

Weil wir schon mal bei Heine sind, noch ein paar YouTube-Clips ...
 

 

 


Und wer sich für eine Heine-Dissertation eines Südkoreaners namens Ock Sook Park-Shim - ja, auch das gibt's
;) - interessiert, der wird auf dieser Seite der Freien Universität Berlin fündig.

So weit, so gut ... ich geh' jetzt mal (vor)lachen
:-) ... bis die Tage, Micha.
 

 
Heute mal etwas kurzes ... fiel mir vor einigen Stunden in einer entspannten Phase ein. Ich nenn's einfach mal "Eingebung" ...

Altersklugheit verwechseln einige mit Altklugheit genauso wie das Selbst mit dem Ego.

... über den ganzen Sinn hinter dieser Eingebung werde ich mir bei Gelegenheit mal Gedanken machen
:-)

In diesem Sinne, alles Gute ... Pirat Micha


PS: ganz besonderen Dank an dieser Stelle an meine allerliebste Freundin Silke vom Blog "tapferimnirgendwo", wo sie sich eine gewisse Zeit ihres Lebens aufhält
:-)


Nachdem ich kürzlich schon einmal Richard David Precht Recht gab, dass detusche Rentner pflichtm
äßig ein Jahr Sozialarbeit machen sollten, weiß ich jetzt auch, was der deutsche Mega-Philosoph eigentlich wirklich wollte: nicht geringeres als eine Revolution in Deutschland.



Richard David Precht - sieht nett aus und lächelt,
doch will er eine Revolution in Deutschland?


Ja, so sieht's aus. Warum? Na, ganz einfach.

Kinder machen keine Revolution, also nicht wirklich. Die gehen nicht auf die Straße, sondern machen mitunter zu Hause Revolution. Jugendliche, naja. Die kiffen dann lieber oder fahren Autos zu Schrott.

Danach kommen die Studenten und die Generation Praktikum. Revolution? Vergiss es. Danach arbeiten und eventuell Haus bauen. Schon Adenauer wusste, dass Häuslebauer keine Revolution machen. Und wenn dann noch Kinder kommen ... also wieder: vergiss es mit der Revolution.

Ab Mitte 40 kommen dann midlife crisis und Wechseljahre - je nach Geschlecht. Erneut: vergiss es.

Doch dann im Rentenalter, dann geht's ab. Man kann ja nichts mehr verlieren, zumindest nicht den Job. Und wenn man es dann erst mal ein Rentneramt gibt, also ein Arbeitsamt bzw. JobCenter für Senioren sozusagen, wo diese sich dann die Jobs raussuchen können und wo - wenn es nach Precht geht - bei Fehlverhalten oder Unwillen, die Rente gekürzt wird, dann geht es auf diesem Rentner-/Seniorenamt sicher genauso zu wie auf dem Arbeitsamt. Mitunter weiß die rechte Hand nicht, was die linke macht. Da werden schon mal Gelder gestrichen, weil es eben so aussah, als ob da jemand seiner "Mitwirkungspflicht" nicht nachgekommen war. Verdacht ist Verdacht ... ein Präventivschlag  ist besser als jemand durch's Arbeitsnetz entschlüpfen zu lassen.

Und ... schon mal entspannte Renter gesehen? Ja, die gibt's ... doch wieviele? Ja, das fragt sich dann auch sicher Richard David Precht, wenn die Millionen Rentner erstmal auf der Straße stehen und Prechts Kopf sehen wollen ;)

Naja, dennoch Prechts Idee mit dem Pflichtsozialjahr für Rentner ist Spitze. Einfach genial. So bekommt man die Deutschen doch noch zu einer Revolution ... ob man das allerdings will, weiß ich nicht. Doch eigentlich wäre es wieder mal 'ne nette Sache ... 22 Jahre sind 'ne lange Zeit, wie ich finde.

In diesem Sinne ... lieber Richard David Precht, reise bitte noch mehr durch Talkshows, stachle Rentner an und werde indirekt zum Kopf der Revolution :) ... ich freue mich drauf ... Pirat Micha.

 

PS: Bildquelle
 

 
... als er - der als Philosoph bekannte Richard David Precht - Ende November 2011 im Magazin "Stern" meinte, dass Rentner auch ein soziales Pflichtjahr machen sollten. Klar, ist doch logo.

Und wenn wir so weit schon mal sind, bin ich auch dafür, dass Kinder und Jugendliche unter 15 schon mal ein Jahr Pflichtarbeit machen sollten, abgesehen von der Schulpflichtarbeit, logo. Michael Jackson stand doch mit 6 Jahren auch schon auf der Bühne. Warum sollten das nicht auch deutsche Kinder tun können? Nur so wird man Superstar. Und das wollen doch schließlich alle Kinder ... oder Eltern ... oder, wer auch immer.

Jedenfalls muss man Kinder schon frühstmöglich an den Ernst des Lebens gewöhnen. Logo. Hat man später weniger Querschläger und Querulanten und ... naja, Problemkinder werden doch später immer zu solchen Problembürgern - wir kennen das doch alle. Und "am anderen Ende" der Alterskala muss man Rentner immer wieder mal daran erinnern, wie sich dieser Ernst des Lebens anfühlte. Auch logo. Deshalb unterstütze ich Richard David Prechts Vorschlag. Auch weil er eigentlich wie ein Ossi ist, der Richy, so mit Pflichten für die Gemeinschaft und so ... finde ich prächtig, als Ossi
:)

 

Richard David Precht bei Lanz, November 2011


Und da er - der Richard David Precht - ja mal ein Buch mit dem Titel "Wer bin ich ... und wenn ja wie viele" geschrieben hat, dann kann er sich ja gleichzeitig als Rentner und Kind und er selbst, also der dritte Richard in ihm sozusagen, ansehen. Dann arbeitet er 15 Stunden pro Woche als Rentner, 15 als Kind bzw. Jugendlicher und in der Restzeit schreibt er weiterhin Bücher und geht in Talkshows. Das geht nicht? Da hätte er keine Zeit zu? ... die Woche hat 168 Stunden, 30 Stunden Abzug für seine Pflichtstunden als "Rentner-Richard" und "Kinder-Richy", bleiben - nach Adam Ries - noch 138 Stunden pro Woche, abzüglich 7 mal 8 Stunden Schlaf immerhin noch 82 Stunden pro Woche.

Na das passt doch wunderbar ... so kann Richard David Precht jede freie Stunde seiner Woche für eine Million Deutsche nutzen. Er tut was für's Vaterland sozusagen. Und wenn er statt 8 Stunden Schlaf am Tag doch mal 9 braucht, dann geht er eben in eine Talkshow pro Woche weniger oder schreibt zwei Seiten weniger. Oder - noch cleverer - er stellt für den Lohn, den er für seine Pflichtarbeit bekommt, einen Rentner als Ghostwriter ein. Den bzw. das kann er bestimmt auch von der Steuer absetzen.

Nee, schon klar, war natürlich alles Satire ... ich hab's alles nicht so gemeint. Der Richard bestimmt auch nicht. Der Philosoph hat einfach mal laut gedacht. Was soll er auch anderes tun? Er sitzt in 'ner Talk-Show. Einfach nur zu gucken wie Richard David Precht reicht da nicht. Da muss er auch mal etwas Kluges sagen. Und nur klug reicht auch nicht mehr heutzutage; provokant muss es auch sein, sonst hört's keiner.

Seit Charlotte Roche's "Feuchtgebiete" weiß jeder in Deutschland, was Sperma und Hämorrhoiden sind, seit Thilo Sarrazin, warum das mit den Muslimen so ist wie es eben ist oder eben nicht ist ... und seit Richard David Precht weiß ich nun, warum Rentner so sind wie sind ... beziehungsweise wie sie sein sollten.   

Danke, Richard, dafür solltest du das Bundesverdienstkreuz bekommen ... mit Stern (Vorsicht Wortspiel
:)) oder mit Schulterband. Such dir eins aus, Richard. Du weißt ja ... wer bin ich und wenn ja, wie viel(e) nehm' ich ...

Dir, Richard, und allen anderen - wie immer  - alles Gute ... Micha.

 

 
... dann würde ich wohl in Kunst investieren. Nicht als Investor im Sinne von "Kunst kaufen und teurer weiter verkaufen", sondern wohl eher als Sammler. Doch ich habe gerade kein Geld über, vermutlich wie Hunderte der Künstler selbst auch. Die meisten könnten von ihrer Kunst vermutlich erst leben, wenn sie gestorben sind
;) ... Tja, Ironie des Schicksals?

Sei's wie's sei ... anbei ein Bild des Dresdner Künstler Adrian Flor, über dessen Werke ich kürzlich stieß.




Adrian Flor  "Goldenes Licht"
(Aquarell)

 

Warum mich seine Werke ansprachen ... keine Ahnung :)

Hmm, ich denke mal es liegt an der ausgefeilten Strichführung, dem herausragenden Zusammenspiel zwischen Farbe und Form, dem ... usw. ... hmm, aus mir wird kein Kunstkritiker, ich weiß
;)

Was ich noch weiß, ist, dass man keine abgeschlossene Hochschulausbildung braucht, um Werke zu schaffen, die m.E. aus der Masse herausragen.

Schöne Kunst ist einfach ... die meiste (heutige?) Kunst ist für mich eher banal.

In diesem Sinne ... möge es noch mehr Künstler wie Adrian Flor in Dresden geben ... Micha.
 

 
Vier kurze Vorgeschichten ...

Vorgeschichte Nummer 1 - "Ken Jebsen & Henryk M. Broder"
Vor rund zwei Wochen hatte ich Henryk Modest Broder nach der "Causa Ken Jebsen beim RBB" in diesem Blogartikel als "Terminator" unter den Journalisten bezeichnet. Broder ist eben wie er ist, dachte ich mir, wieder mal. Soll er machen ... doch wem nützt es? Wem nützt er? Der Gesellschaft? Nur sich selbst? Beiden?

 




Vorgeschichte Nummer 2 - "Ausflug ins Blog-Nirvana"

Vor einer Woche googelte ich dann etwas unter fand u.a. den Artikel "Ken Jebsen, Ai Wei Wei, Einerlei" auf dem Blog "Tapfer im Nirgendwo" . Dort fragte ich u.a. mal ganz sachte an, warum Broder Jebsens Einladung in dessen später abgesetzte Sendung nicht angenommen und ihn dort inhaltlich auseinander genommen hatte, sondern für seine Absage einen so schwammigen Grund wie "Grenzüberschreitung" bzgl. der missverständlichen Bemerkung Jebsens zum Holocaust ("ich weiß, wer den Holocaust als PR erfunden hat") genannt hatte.
Ich stellte doch jedoch rasch fest, dass es nicht nur Jebsianer, sondern auch Brodianer gibt und somit schlug ich mich zwei Tage (nicht durchgängig - Gott bewahre
:)) damit herum, zu beweisen, dass ich selbst kein Antisemit bin - was bei latenten Paranoikern meist sowieso keinen Sinn hat ... witzige Veranstaltung, gebe ich zu. Beim nächsten Mal begrüße ich die dort Schreibenden gleich mit "Hallo, ich bin Micha und Antisemit - können wir jetzt gleich reden oder wollen wir erst wieder Psychospielchen spielen?". Nach drei Tage wusste ich auch, warum der Blog eben "Tapfer im Nirgendwo" heißt :)
Dennoch blieb mir eine Frage hängen: wenn Henryk Broder wirklich der letzte Anker für Aufklärung bzgl. Antisemitismus in Deutschland sein sollte, dann spräche DAS [für mich] Bände" bzw. als korrekte Frage formuliert: ist Henryk Broder sozusagen "The Last Man Standing", was die Aufklärung in Sachen Antisemitismus in Deutschland bedeutet? 

Vorgeschichte Nummer 3 -
"Broder, der Stromberg unter den deutschen Journalisten"
Während der Tage bei "Tapfer im Nirgendwo" sah ich bei einem Freund einige Folgen "Stromberg". Ich geb's zu, zum ersten Mal, obwohl die Serie schon reichlich sieben Jahre im Fernsehen läuft. Ich nannte Stromberg - während des Anschauens - ein "liebenswürdiges Arschloch". Nach einigen Stunden Schlaf korrigierte ich am nächsten Morgen meine Meinung bzgl. Henryk M. Broder auf "Der Stromberg unter den deutschen Journalisten". Genau wie Stromberg sucht Broder seinen Vorteil, geht dabei wenig sensibel vor und ist doch irgendwie kein vollkommen unsympathischer Zeitgenosse. Eher einer, den man sich lieber von Weitem anschaut, über ihn und seine Sprüche mitunter lachen kann und ... doch nicht unbedingt direkt mit ihm zu tun haben möchte.
Stromberg-Darsteller Christoph Maria Herbst soll sich - nach eigener Aussage bzw. Wikipedia - für seine Rolle Anleihen bei Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder genommen haben. Tja, kann sein, Henryk Broder würde auch passen. Oder Gerhard Schröder hat sich Anleihen bei Henryk Broder gesucht, kann auch sein
:)

 

Vorgeschichte Nummer 4 - Fichte, Jahn, Arndt
Am selben Tag (oder war's schon gestern?) blätterte ich ein wenig im Buch "Die Geschichte der Juden in Deutschland" von Ismar Elbogen und Eleonore Sterling  erschienen 1966 im Äthenäum Verlag Frankfurt/Main. Im Kapitel 7 "Die Restauration" in der Ausgabe von 1988 las ich auf Seite 187 folgendes:

"Aber nicht nur die staatliche  Reaktion verschlechterte die Lage der Juden. Während der Befreiungskriege hatte sich das schon Ende des achtzehnten Jahrhunderts aufkommende »teutsche Nationalbewusstsein« fanatisiert und breite Bevölkerungsschichten erfaßt. Hierbei spielten die Gelehrten und Volksdemagogen eine wichtige Rolle. In seinen »Reden an die deutsche Nation« (1807-08) pries Fichte noch eindeutiger als in seinen Frühschriften die Vorzüge des »deutsch-christlichen Volkes« und erklärte, daß ein »reines Volk«, wie die Deutschen, kein Volk anderen Ursprungs in seiner Mitte dulden könne. Gleichzeitig rief Vater Jahn seine Burschenschaftler und Turner zu einem »heiligen Kreuzzug« auf gegen alles Fremde, gegen Polen, Franzosen, Junker, Pfaffen und Juden. Und in Flugschriften forderte Ernst Moritz Arndt, die »Art des deutschen Volkes« gegenüber den Demagogen der Allerweltsliebe« in Schutz zu nehmen. »Verdammt sei die Humanität«, schrieb der teutsche Freiheitsdenker, »dieser Allerwelts-Judensinn«."

Aha, wieder was gelernt. Johann Gottlieb Fichte, "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Moritz Arndt - alles Antisemiten und "Ausländerhasser"? Okay, Napoleon war Anfang des 18. Jahrhunderts gerade über Deutschland "gewalzt". Das mochten einige nicht, kann man verstehn. Doch warum war nun ausgerechnet wieder "der Jude" mit von der Partie? Brauchte man nur genügend Feindbilder, um das deutsche Volk durch innere Abgrenzung auch nach außen hin gründen zu können? So nach dem Vorbild, wir sind alles andere als ihr seid?

Hmm, nun habe ich mal ein bisschen gegoogelt und gewikipediat und kam zu dem Schluss, dass man Fichte wohl für mittelmäßig bedenklich halten könnte, bei Turnvater Jahn sehe ich es noch ein wenig kritischer, doch bei Ernst Moritz Arndt fand ich den Bogen derart weit überspannt, dass ich mich später fragte, warum in Berlin gleich drei Straßen und einen Platz ausgerechnet nach Arndt benannt worden sind? Claro, ist durch die Zusammenlegung diverser Berliner Dörfer so entstanden, doch mehreren Jahrzehnten scheint auch keiner mal auf die Idee gekommen zu sein, wenigstens zwei dieser Straßen umzubenennen.

Auch in Greifswald hatte sich 2010 eine Mehrheit gefunden, die sich gegen die Umbenennung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität entschied. Die Wahlbeteiligung lag dabei mit 23% allerdings vermutlich auch unter den Einschaltquoten diverser Stromberg-Folgen
:) ...
Übrigens, ausgerechnet Hermann Göring hatte der Universität diesen Namen im Jahr 1933 verliehen.

"Hauptgeschichte"
Sei's wie's sei ... Lassen wir also mal den "Teutschen" ihre nationalen, tendeziell wohl eher nationalistisch-patriotischen Helden. Doch was ist mit den Vorreitern der jüdischen Kultur in Deutschland? Spontan fiel mir da Moses Mendelssohn ein, auf den ich dieses Jahr bereits einmal in einem Blogartikel ("Jude und Stotternder") eingegangen war.

 

Gebe ich "Moses-Mendelssohn-Straße" oder "Moses-Mendelssohn-Weg" oder "Moses-Mendelssohn-Allee" bei Google ein, erhalte ich keine Einträge. In Zahlen: null. Ich könnte auch "nichts" schreiben. In ganz Deutschland ist keine einzige Straße, nicht einmal ein Weg oder eine Gasse nach dem Wegbereiter und Hauptvertreter der Haskala benannt? War und ist Moses Mendelssohn derart unbedeutend? Warum widmete ihm dann Lessing "Nathan der Weise"? Verstehe ich nicht ...

Tja, wenn ich beim Thema "Judentum & Jüdische Kultur"
etwas nicht verstehe, wen frage ich dann? Na klar, den Henryk Broder. "The Last Man Standing". Logo. Oder besser doch Marcel Reich-Ranicki? Oder besser gleich beide? Naja, fange ich mal bei Henryk Broder an.

Die e-Mail an Henryk Broder
Ich suchte bei Google und fand www.henryk-broder.com. Es empfängt mich ein lachender Broder - ein Foto von vor 15 Jahren vermutlich. Egal, auch ein Broder darf eitel sein. Oben am Bildrand der Broderschen Homepage strahlt der Satz "Sie haben das Recht zu schweigen. Henryk M. Broders Sparring-Arena" - weiße Schrift auf dunkelrot, könnte auch weinrot sein. 'Tja, haste dir das gut überlegt, Winkler?', geht es mir durch den Kopf. 'Ja, haste ... Broder kocht auch nur mit Wasser.', also e-Mail schreiben.

"Sehr geehrter Herr Broder,

mein Name ist Michael Winkler. Ich wohne in Dresden und lese gelegentlich Ihre Artikel und Blogbeiträge.

Heute las ich im Buch "Die Geschichte der Juden in Deutschland" von Ismar Elbogen und Eleonore Sterling über Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Ludwig Jahn und Ernst Moritz Arndt. Nun ist mein Eindruck, dass alle drei zumindesten tendenziell antisemitisch waren, was natürlich schwer nachweisbar ist, weil es (auch) im geschichtlichen Kontext gesehen werden sollte. Sei es wie es sei ... nach allen drei ist in jeder deutschen Großstadt mindestens eine Straße benannt. Bei Ihnen in Berlin gibt es bspw. drei Arndtstraßen und einen Arndtplatz.

Dagegen gibt es offenbar in ganz Deutschland keine einzige Straße, die nach Moses Mendelssohn benannt worden ist, obwohl dieser der Hauptvertreter der jüdischen Auflärung war. Mitunter findet man - in Berlin und Dresden ist das der Fall - eine nach seinem Enkel, Felix Mendelssohn-Bartholdy, benannte Straße oder Allee. Doch keine nach ihm benannte Straße, Allee, Gasse oder wenigstens ein Weg ... war er nicht auch für Lessings 'Nathan der Weise' ein Vorbild?

Wie erklären Sie sich das? Kann man das erklären?
Haben Sie da vielleicht eine Ahnung? Mir fallen Ihre versierten Beiträge ja häufiger auf, deshalb frage ich Sie auch. Ich wollte erst bei Marcel Reich-Ranitzki anfragen, doch dann habe ich doch Sie gewählt. Sie publizieren momentan mehr als Reich-Ranitzki, denke ich. Vielleicht haben Sie darüber auch schon mal geschrieben o.ä.?

Vielen Dank im Voraus und Ihnen alles Gute.

Michael Winkler, Dresden."


So, fertig war die e-Mail und ab an kontakt[at]henryk-broder.com - Betreff: Anfrage zwecks Moses Mendelssohn.

Ein bisschen "bauchmiezeln" und etwas understatement, okay, "musste" sein
;) - doch wie meinte Daniela Katzenberger schon "Sei schlau, stell dich dumm."

Ja, klar habe ich mir versuchsweise Mühe gegeben, auch wenn Broder (wie) Stromberg ist :) ...  ich will ja was von ihm, 'ne Info, Stoff sozusagen. Und Broder könnte mein Stoff-Dealer werden. Wenn er denn antwortet, denn auf seiner Homepage hat er zu gefühlten 90% e-Mails von Personen veröffentlicht, die in ihm entweder den Judas, Satan oder beides zusammen sehen. Vielleicht liest er die e-Mails gar nicht mehr, sondern macht nur noch copy-paste und wieder ab ins Internet, doch dieses Mal öffentlich für alle lesbar.

Egal, ich werde warten ... ansonsten bleibt immer noch Marcel Reich-Ranicki
;)


In diesem Sinne ... bis bald, Micha.
 

PS vom 05.12.2011, abends

Das war wohl etwas viel "understatement", vermute ich ... gleich drei Fehler in nur einer e-Mail 
;)

- "zumindesten" statt "zumindest"; hmm, war ja nicht mal das sächsische "zumindestens" (oder sagt man das nur in Chemnitz?)

- "Auflärung" entbehrt auch eines "k"s ... und ... oh, Gott, habe Erbarmen ...

- "Reich-Ranitzki" statt "Reich-Ranicki"

Egal, trotzdem alles richtig gemacht ... Broder mag ja Leute mit Rechtschreibeschwäche
;)
 

 

 
Was ist wohl passiert, wenn ein Radiosender einen Moderator aufgrund einer e-Mail erst eine Sendepause "aufbrummt", ihn dann wieder auf Sendung lässt - allerdings nicht mehr live - und ihn einige Tage später ganz entlässt, der dazugehörige Programmchef geht gleich mit?

Hmm, "dirty business behind the curtain"?

Doch zur Sache ...

Henryk M. Broder - der "Terminator" unter den Journalisten
Es geht um Ken Jebsen von Radio Fritz. Ich kenne ihn nicht, weil ich Radio Fritz nur höre, wenn ich mal in Berlin oder Umgebung bin. Und das ist selten sonntags, zu KenFM-Zeiten. Macht nichts, ich kann ja lesen. So unter anderen einen Artikel auf WELT-Online, den mir ein FaceBook-Bekannter/-Freund empfahl. In diesem Artikel wird die e-Mail von Jebsen, die er einem Hörer geschickt hatte als "wirre e-Mail" bezeichnet. Verlinkt hat die WELT dann einen Artikel von Henryk M. Broder auf achsgut.de vom 6.11.2011. Broder nennt Jebsen dort - ganz nach Broder-Manier - einen "durchgeknallten Moderator". Naja, Broder wollte auch schon andere Medientätige wie den taz-Journalisten Mathias Broeckers als "Fettfleck an einer Hochhauswand" (letzter Satz in diesem Artikel) enden sehen. Freilich nicht wirklich, sondern nur so als ... wie auch immer. Broder meint es ja nicht so, doch er weiß immer genau, was andere wie meinen.

So auch bei Ken Jebsen ...


 

Quelle 1 2


Das Ding mit dem Holocaust
Ja, Jebsens e-Mail ist etwas wirr, doch nicht unbedingt inhaltlich, sondern von der Rechtschreibung her. Jebsen schreibt offenbar so schnell wie er redet, ohne Korrekturprogramm. Ein Schreiberling wird sicher nicht aus ihm. Im Radio braucht er das jedoch nicht. Jebsen hatte also seinen Platz offenbar schon gefunden. Broder kann übrigens beides - gut reden und gut schreiben, drum ist er auch überall dabei - im Fernsehen, im Radio, in Zeitungen. Was Reich-Ranitzki für die Literatur, ist Broder für diverse politische Fragen, besonders wenn's um den Themenkomplex "Israel/Juden/Palästina" geht.

Was hatte Jebsen geschrieben bzw. was brachte ihm den tendenziellen Vorwurf der Holocaustleugnung ein? Im Übrigen ein Vorwurf, der in Deutschland in seiner Reichweite - egal, ob begründet oder nicht - vermutlich noch über dem "Vorwurf der sexuellen Belästigung" stehen dürfte.

Original-Zitat e-Mail Jebsen:

"sie brauchen mir keine holocaus informatinen zukommen lassen. ich habe mehr als sie. ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat. der neffe freuds. bernays. in seinem buch propaganda schrieb er wie man solche kampagnen durchführt. goebbels hat das gelesen und umgesetzt. ich weis wer die rassendatten im NS reich möglich gemacht hat. IBM mit hollerithmachinen. ich weis wer wärend des gesamten krieges deutschland mit bombersprit versorgt hat.standartoil also rockefeller."

Broder macht das Ganze auch sehr geschickt, indem er den missverständlichen Satz mit dem "holocaust als PR" drin als Überschrift für seinen Artikel verwendet. Das ist legitim und legal, doch andererseits auch recht billig und journalistisch eher unteres Niveau. Ob er es absichtlich oder unabsichtlich getan hat, sei einmal dahin gestellt. Ich halte Broder für intelligent und clever genug, dass er genau wusste, was er tat und wie ein solcher Artikel wirken wird bzw. kann.

Was war das Missverständnis?
Das Problem ist, dass Jebsens Satz aus dem Zusammenhang gerissen, so verstanden werden kann, dass er den Holocaust selbst als PR-Aktion bezeichnet, sprich der Holocaust hätte nie stattgefunden. Womit er sich zum Holocaust-Leugner gemacht hätte. Was Jebsen jedoch meint - und das kann man auch rauslesen, wenn man denn auch will - ist, dass der Holocaust einer PR-Aktion bedurfte, sprich einer Manipulation der Öffentlichkeit, um ihn letztlich praktisch ausführen zu können. Und diese Anleitung, wie man das gezielt und professionell durchführt, hatte Joseph Goebbels in der Tat (auch
*) aus Büchern eines Neffen von Sigmund Freud, dem PR-Guru Edward L. Bernays (Bild links), übernommen. Allerdings nicht - wie Jebsen schrieb - aus "Propaganda" von 1928, sondern aus "Crystallizing Public Opinion" von 1923.

Woher ich das weiß? Weil es auch bei Wikipedia steht.

Und woher weiß ich, dass das stimmt, was da bei Wikipedia steht?

Weil ich es vor es rund vier Jahren selbst dort reingeschrieben hatte ;)

Gelesen hatte ich dies im Jahr 2004 in Larry Tye's "The Father of Spin - Edward L. Bernays and the Birth of Public Relation" (S. 111).




Quelle: 1 2


Bernays, selbst Jude, war sich dieses (unbeabsichtigten
) Bärendienstes am Volk der Juden durchaus bewusst und schwieg lange Jahre - bis in die 1960er - dazu. Ironie des Schicksals? Tragik des Weltenlaufes? Bernays hatte PR als Werkzeug verstanden, war sich jedoch auch dessen Einsatz- und Missbrauchsmöglichkeiten bewusst, hatte er doch bereits im Ersten Weltkrieg für die US-Regierung gearbeitet. Damals hieß der Slogan "Making the World Safe for Democracy". Sei's wie's sei ... letztlich wusste auch der Erfinder des Messers oder der Kalashnikow (vorher) nicht, wieviele Menschen mal durch ein Messer oder eine Kalashnikow sterben würden. Letztlich liegt's an den Menschen selbst, ob sie diese oder jene Sache zur Erhaltung des Lebens nutzen oder für dessen Beendigung.

Jebsens Probleme
Nachdem ich mir jetzt über einen Link auf einer Seite von Mathias Broeckers doch mal einen Beitrag aus einer Sendung von Ken Jebsen, alias KenFM, angehört habe, erinnere ich mich, dass ich doch schon mal eine Sendung von/mit ihm gehört hatte und diese mir auch durch ihre Offenheit im Ohr geblieben war. Tja, wer in Sachsen lebt, der vergisst mitunter, dass es beim Radio auch Journalisten gibt 
:-)

Jebsen hatte ein Problem: er ist offener als erlaubt. Das macht man nicht, wenn man Journalist bzw. Moderator ist. Nicht bei einem öffentlichen Sender, da hat man Staatsauftrag. Da heißt es, sich anzupassen, sprich sich an die Spielregeln zu halten, sprich Fakten berichten, doch bitte ganz ganz wenig, wenn's geht gar keine Hintergründe. Und ja keine Zusammenhänge. Das überfordert den Gebührenzahl..., äähhh, Hörer nur.

Vermutlich wurde Jebsen dann ebenso zum Verhängnis, dass seine Fangemeinde durchaus zu einem großen Teil aus tendenziellen "Verschwörungstheoretikern" besteht. Je nach Geistesfähigkeiten zweifeln Menschen offizielle Wahrheiten an und werden offen für andere Meinungen und Theorien. Manche bleiben dann auf halber Strecke stehen und wenn die Hälfte von den "auf-halber-Strecke-stehen-gebliebenen" Ken Jebsen per Facebook oder wie auch immer unterstützt, dann wirkt das zurück auf das Fan-Objekt, ganz gleich, ob der das nun gut findet oder nicht. Das wirkt dann wiederum auf den RBB ab, was wiederum Auswirkungen auf die finanzielle Unterstützung von Staat & Land haben kann usw. usf. ... und wenn die Jüdische Gemeinde dann noch kommt, dann ist die Sache eigentlich schon entschieden, ohne dass es einer genauen Recherche bedarf. Eine solche Eigendynamik hat auch völlig eigene Regeln; ich würde es als eine Art Öffentlichkeits-Mobbing bezeichnen - funktioniert eigentlich immer. Die Frage ist lediglich, wie man die eigenen Verluste begrenzen kann. Das ist alles, was man da tun kann. Dies ist zumindest meine Theorie.

Die "beste" Holocaust-Lüge
Weil ich das Thema "Holocaust" schon einmal angeschnitten hatte. Die für mich "beste" Holocaust-Lüge - und momentan finde ich sie  im Internet (mangels geeigneter Suchworte und Tausender von Seiten zu diesem Thema) nicht mehr - ist jene, dass die Holocaust-Lüge, sprich die Leugnung, dass es den Holocaust jemals gab, von der Anti Defamation League bzw. einer ähnlichen Gruppierung selbst gestreut wurde. Mit anderen Worten: einige Juden in den USA verbreiten das Gerücht, dass es den Holocaust so wie er in den Geschichtsbüchern zu finden ist, nie gegeben habe. Das glauben dann mehr oder minder viele Menschen und wenn diese sich dann gruppieren und mit "The Holocaust is a lie"-Parolen an die Öffentlichkeit gehen, hatte man einen Ansatzpunkt, um die eigene Arbeit zu rechtfertigen. Mit anderen Worten: man erschaffe eine Lüge, um dann mit einigen Wahrheiten und Halbwahrheiten gegen diese Lüge zu protestieren. Es geht ja nicht um die reine oder ganze Wahrheit, sondern man muss nur versuchen, Halbwahrheiten aufzubauen. Das wäre der ganze Trick bei der Sache.

Ob die "Erfindung der Holocaust-Lüge" wirklich so gewesen sein könnte, weiß ich nicht - es ist eine Geschichte, die man weder 100%ig verifizieren noch 100%ig falsifizieren kann.

Der ewige Jude
Nun weiß ich nicht, was zwischen 1933 und 1945 wirklich vorgefallen ist - ich war glücklicherweise nicht dabei. Mir ist es in sofern unwichtig, als dass ich weiß, dass die Nazis einen Sündenbock brauchten und in Deutschland waren die Juden der beste Sündenbock, den man finden konnte. Das hatte schon Jahrhunderte lang Tradition. Der Hass auf andere steckt(e) tief im Deutschen (oder besser gesagt in jenen, die sich gern als solche bezeichnen, doch eigentlich nur dumpfe Nationalisten sind), besonders wenn's ums Geld geht.
Zudem mochte man den Juden auf der ganzen Welt irgendwie nicht, weil Juden - nicht alle, doch sehr viele - ihren Mitmenschen in vielerlei Belange einfach immer ein Stückchen voraus waren. Sie waren häufig gebildeter, anpassungsfähiger und wohlhabender. Das führt zwangsläufig zu Neid und Missgunst ... und die Sache mit dem Judas und Jesus haben viele einfach so übernommen, wie es ihnen erzählt worden ist, weil niemand ums Jahr 33 (nicht 1933, sondern 33 n. Chr.) mit dabei war.
Worauf will ich hinaus?

Menschen glauben an viel, auch an die abstrusesten Dinge ... damit kann man nur leben lernen sowie selbst einerseits auf Dummheit und Unwissenheit aufmerksam machen und andererseits mit besserem Beispiel vorangehen.

Die Moral aus der Geschicht'
So weit ich es einschätzen kann, hat Jebsen den "Fehler" begangen, sich den ersten Satz seiner e-Mail an betreffenden Hörer nicht selbst auch zu Herzen zu nehmen. Er hatte wie folgt begonnen:

"wie gesagt es ist völlig sinnlos sich mit ihnen zu unterhalten. das ist wie wenn ich versuche jehovas zeugen oder scientonlogie mitglieder zu überzeugen. sie sind unfähig aus ihrem käfig zu treten."

Darüber ist er gestolpert. Kann man ihm das verübeln? Sollte er auf sich selbst sauer sein? Beide Fragen kann man wohl mit "Nein" beantworten. So etwas sollte er wohl offenbar einfach mal erleben. Bestenfalls schreibt er ein Buch drüber oder macht aus seinen Erfahrungen etwas, dass er nutzen kann und anderen auch nützt. Durch die Sache bei Radio Fritz hat er ja mittlerweile bundesweit Publicity.

Und manche Quelle für seinen Theorien zum Thema A oder B kann er ja nochmals recherchieren bzw. andere Erklärungsmöglichkeiten mit in Betracht ziehen. Sollte er wirklich gedacht haben, dass bei FaceBook auch die CIA mit drin sitzt, dann wäre es vielleicht auch möglich, dass die CIA einfach die technischen Möglichkeiten hat, die FaceBook-Server zu checken oder es läuft einfach über einen normalen Kaufdeal, ohne dass "die Firma" als Kunde direkt erwähnt wird. Dass die CIA nun in den Facebook-Büros mit drin sitzt, halte ich für unwahrscheinlich. Dass die CIA ohne Probleme an die Daten rankommt, jedoch für sehr wahrscheinlich. Was bei Apple -iPhones mit Hilfe von Behörden möglich ist, geht genauso bei FaceBook-Profilen. Bei solchen Dingen sehe ich in der Tat etwas mehr Raum für Alternativen bei Ken Jebsen.

Achja, warum ich mich übrigens für das Schicksal von Ken Jebsen interessiere, sei auch noch erklärt. Ich selbst hatte beim sog. Freien Radiosender coloradio in Dresden im Jahr 2008 etwas ähnliches erlebt. Ich hatte zwar nichts über den Holocaust gesagt, doch mir einige Fragen zum Thema "Was ist freies Radio?" gestellt, u.a. ob freies Radio und linkes Radio dasselbe sind. So etwas macht man natürlich nicht
;-)
Es folgten interne Aufrufe zur Absetzung der Sendung, danach gab's eine verordnete einmonatige Sendepause, sprich Sprechverbot, dann bin ich selbst gegangen. Schließlich ging's bei mir nur um den Spaß am Radiomachen, bei Ken Jebsen geht's u.U. um die Existenzgrundlage.

Sei's wie's sei ... irgendetwas findet sich bekanntlich immer. Und bis dahin kann Henryk M. Broder wieder seine Strichelliste mit "abgeschossenen Personen" auffüllen. Die Zeitung mit den vier großen Buchstaben kann wieder mal Antisemitismus mit Rassismus verwechseln ("Rassismus-Vorwürfe: RBB wirft Radiomoderator Ken Jebsen raus") - was im Falle von Ken Jebsen weder noch der Fall war bzw. ist. Und mehrere Dutzende deutsche Journalisten und Blogger dürfen sich an den Fehler in Ken Jebsen's Sendungen in einer Art und Weise hochziehen, dass es am Ende so aussieht, dass nur sie selbst den wahren, den guten, den einzig richtigen Journalismus ausüben ...

Es ist also alles wieder gut in Deutschland ... Amen.

In diesem Sinne ... allen alles Gute, Micha.

PS: Ach ... übrigens hatte ich im Jahr 2005 auch mal eine Sendung zu Edward Bernays ("40% ... (Fast) nichts ist wie es scheint", 54 min.) gemacht.

* Worte, Satzteile und Sätze in dieser Farbe wurden am 29.11.2011 hinzugefügt, da ich mir bewusst bin, dass einiges missverstanden und -gedeutet werden kann - danke an die bisherigen Kommentatoren. Wer jetzt noch etwas missverstehen will und mich z.B. als antisemitisch eingestellt bezeichnen möchte, kann dies gern tun. Ich habe damit kein Problem. Kommentatoren sind natürlich weiterhin - wie auch bisher - gern willkommen.

 

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